Künstler: Klaus-Dieter Conrad stellt seine Aquarelle in der Seniorenresidenz in Eilshausen aus. Eins der großen Bilder, an das er sich hier anlehnt, zeigt den beliebten Staudenmarkt auf Gut Hiddenhausen. Conrad hat viele Motive aus der Gemeinde im Bild festgehalten. - © Alexander Jenniches
Künstler: Klaus-Dieter Conrad stellt seine Aquarelle in der Seniorenresidenz in Eilshausen aus. Eins der großen Bilder, an das er sich hier anlehnt, zeigt den beliebten Staudenmarkt auf Gut Hiddenhausen. Conrad hat viele Motive aus der Gemeinde im Bild festgehalten. | © Alexander Jenniches

Eilshausen Wie ein Künstler Hiddenhausen sieht

Klaus-Dieter Conrad erkundet gerne seine Umgebung. Das Lokale fasziniert ihn besonders. Seine in Wasserfarben gemalten Werke sind jetzt in der Seniorenresidenz zu sehen

Eilshausen. Aquarell-Malerei hat so ihre Tücken: Die Wasserfarben verlaufen schnell und fließen schon mal etwas unkontrolliert das Papier hinunter. Diese Unberechenbarkeit und die Herausforderung, daraus dann doch noch ein schönes Bild zu malen, ist genau das, was der Künstler Klaus-Dieter Conrad so schätzt. Er stellt seine Bilder derzeit in der Seniorenresidenz in Eilshausen aus. Der Reiz der Bilder liegt in ihrem lokalen Bezug. Sie alle zeigen Szenen, Landschaften und Gebäude, die den Hiddenhauser Bürgern wohlbekannt sind. Klaus-Dieter Conrad mag Hiddenhausen: "Es ist die Faszination an meiner Umgebung, die mich leitet. Beim Eiffelturm oder beim Kölner Dom ist klar, dass sie beeindruckend sind. Wo aber liegt so etwas hier im Lokalen? Das herauszufinden, finde ich sehr spannend." Und so hat er sich in den vergangenen 13 Jahren, in denen er in der Gemeinde wohnt, auf den Weg gemacht und seine Umgebung im Bild festgehalten. Zunächst auf Fotos: "Ich gehe gerne zu Veranstaltungen in den Dörfern, nehme eine Kamera mit und halte meine Eindrücke damit fest. Dann setze ich mich hin und male die Szene auf, die ich gesehen habe." Ein Rennen gegen die Zeit und die zerfließenden Farben Und das kann zuweilen ein Rennen gegen die Zeit werden. Denn Aquarellfarbe - also Wasserfarbe - haftet nicht so gut auf dem Papier wie zum Beispiel Acryl oder Öl. Klaus-Dieter Conrad: "Das gilt besonders, wenn ich größere Bilder male. Sie stehen aufrecht, weil ich natürlich sonst nicht das gesamte Papier beim Malen erreiche. Und wenn das Papier aufrecht steht, fließen die Farben schnell nach unten." Und dann wird er flott: Entweder er verwischt sie und schafft damit einen neuen Farbton, oder er tupft sie ab und stoppt damit den Verlauf. Manchmal lässt Klaus-Dieter Conrad es aber auch einfach laufen und wartet gespannt auf das Ergebnis: "Früher dacht ich oft, dass fremde Betrachter diese Farbverläufe nicht mögen, weil sie ein bisschen unkontrolliert aussehen. Das ist aber gar nicht so. Viele Menschen, die sich die Bilder anschauen, mögen das Farbspiel, das sich daraus ergibt, gerade besonders." Gut erkennen lässt sich eben dies Spiel der Farben an seinem Bild zum Staudenmarkt auf Gut Hiddenhausen. Von den gemalten Pflanzen fließen die Farben hinab zur unteren Kante des Bildes. Das Zufällige sieht fast aus wie natürliche Pflanzenstängel. Neben dem Staudenmarkt gibt es das Hiddenhauser Waldfest zu sehen, ein Motiv der Traktorenfreunde, die St. Gangolf Kirche und auch eine Szene vom Hücker-Moor. Insgesamt 21 Exponate zeigt Klaus-Dieter Conrad. Seine Ausstellung ist bis Mitte April in der Seniorenresidenz an der Meierstraße zu sehen. Sie ist zu den täglichen Öffnungszeiten des Hauses für jedermann begehbar. In einem neuen Projekt möchte Conrad in nächster Zeit den Teutoburger Wald erkunden und in Aquarellen festhalten.

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