Elterntaxi: Es gibt auch andere Möglichkeiten, wie Kinder ohne privaten Transport sicher zur Schule kommen können. - © David Knapp
Elterntaxi: Es gibt auch andere Möglichkeiten, wie Kinder ohne privaten Transport sicher zur Schule kommen können. | © David Knapp

Eilshausen Wie Kinder ohne Elterntaxi sicher zur Schule kommen

An der Paul-Maar-Grundschule in Eilshausen werden sich Kinder in Zukunft wieder öfter zu Fuß auf den Schulweg machen. Die Kreispolizei stellte das Konzept der "Verkehrszähmer" jetzt vor

Alexander Jenniches
07.02.2019 | Stand 07.02.2019, 15:36 Uhr

Eilshausen. In der Gemeinde Hiddenhausen wird ein neues Verkehrskonzept für die Grundschulen umgesetzt. Jennifer Landwehrmeyer von der Kreispolizei Herford stellte es am Dienstagabend im Schul-, Sozial-, Sport und Kulturausschuss vor. Es kommt zunächst für die Paul-Maar-Grundschule in Eilshausen und später auch für andere Grundschulen. "Verkehrszähmer" heißt das Programm, das vom Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen ersonnen worden ist. Es soll helfen, Kinder im Grundschulalter schon so wie früh wie möglich mit dem Straßenverkehr vertraut zu machen, sodass sie kompetente Verkehrsteilnehmer werden. Eine weitere Idee dahinter ist, Eltern dazu zu motivieren, ihre Kinder nicht mehr so häufig mit dem Auto direkt vor die Schule zu fahren, denn das führt oft zu Verkehrschaos und zu gefährlichen Situationen. Jennifer Landwehrmeyer ist Verkehrsberaterin bei der Kreispolizei in Herford und erklärt die Idee, die den Kindern altersgerecht auch mit Comicbildern näher gebracht wird: "Die Kinder sollen den Verkehr zähmen. Dafür sind in den Comics Autos als Drachen dargestellt, die in ihren Höhlen, also den Garagen, bleiben sollen. Wir möchten, dass Kinder sich schon früh mit dem Verkehr auskennen und sich auch einfach wieder mehr bewegen." Der morgendliche Verkehr soll laut Konzept zu sogenannten Elternhaltestellen abgeleitet werden. Die Haltestellen befinden sich zwischen 200 und 500 Meter entfernt von der Schule. Dort können Eltern ihre Kinder absetzen, und die Kinder gehen selbstständig mit ihren Schulfreunden oder auch in Begleitung der Eltern zur Schule. Fußweg könnte gegen Quasseln in der ersten Stunde helfen Ein weiterer Vorteil: Auf dem Weg können sie ihren Freunden schon das Wichtigste vom Vortag erzählen und quasseln nicht mehr so viel in der ersten Stunde. Zur Vorbereitung wird Jennifer Landwehrmeyer in den kommenden Monaten die Wege von den Haltezonen zur Schule mit den Kindern eineinüben und ihnen den Verkehr erklären. Die Haltezonen befinden sich in Eilshausen an der Bruchstraße, der Stettiner Straße und an der Meierstraße. Es sind allesamt Haltebuchten entlang der Straßen. Die Gemeinde stellt dort demnächst Schilder auf, die auf die Haltezonen hinweisen. Die Kinder bekommen für jeden gelaufenen Schulweg ein Sternchen, und wenn eine Klasse genug Sternchen gesammelt hat, gibt es für alle eine Belohnung: zum Beispiel einen Tag Hausaufgabenfrei. Auch im Unterricht besprechen Lehrerinnen und Lehrer das das Konzept der "Verkehrszähmer" mit den Kindern. Jennifer Landwehrmeyer wird demnächst an Informationsabenden den Eltern alles genau erklären.

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