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Unterwegs: Die beiden Lippinghauser Jungstörche haben seit ein paar Tagen ihre Nest verlassen und gehen jetzt selbst auf Futtersuche. - © Gerhard Schäper
Unterwegs: Die beiden Lippinghauser Jungstörche haben seit ein paar Tagen ihre Nest verlassen und gehen jetzt selbst auf Futtersuche. | © Gerhard Schäper

Lippinghausen Lippinghauser Jungstörche sind flügge

Aus dem heimischen Tierreich: Die Lippinghauser Jungstörche machen sich jetzt in der Umgebung auf Futtersuche. Den kürzlichen Schock durch eine fliegende Drohne über ihrem Horst haben sie offensichtlich überwunden

Alexander Jenniches
02.08.2018 | Stand 02.08.2018, 14:02 Uhr

Lippinghausen. Die Jungstörche aus dem Horst an der Milchstraße haben vor einigen Tagen ihr Nest verlassen und gehen jetzt selbst auf Futtersuche in der Umgebung. Vor zwei Wochen noch hockten sie ängstlich auf ihrer Behausung in 30 Metern Höhe und waren sichtlich verschreckt, als sich ihnen eine Flugdrohne verbotenerweise bis auf wenige Meter näherte. Der Stress von diesem Ereignis scheint einem großen Erkundungstrieb gewichen, denn die beiden Jungstörche lernen jetzt eigenständig für sich zu sorgen und sich Futter zu beschaffen. Das ist auch notwendig, denn in wenigen Wochen werden sie aller Voraussicht nach Lippinghausen verlassen und Richtung Süden ziehen. Wie weit sie ihr Weg führt, lässt sich nach den Worten von Storchenbeobachter Gerhard Schäper indes nicht klar sagen: „Früher sind Störche sehr oft bis nach Afrika geflogen. Das muss heute nicht mehr unbedingt sein. Noch kehren die Jungstörche regelmäßig ins Nest zurück Aufgrund des milderen Klimas in Europa fliegen die Storchenschwärme teilweise nur noch bis nach Spanien, wo sie auf Müllkippen sehr viel Nahrung finden." Noch kehren die Jungstörche regelmäßig ins Nest zu ihren Eltern zurück und werden dort mit Futter versorgt. Das könnte auch entgegen aller Erfahrung noch eine Weile so bleiben. Denn aufgrund der hohen Temperaturen, trockenen Wiesen und somit geringerem Futterangebotes als üblich – Mäuse, Würmer und andere kleine Lebewesen – ist eine Entwicklungsverzögerung nicht ausgeschlossen, so dass die Jungstörche noch für einige Zeit auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen sind. Wenn es dann nach Süden geht, schließen sie sich vorbeifliegenden Schwärmen an. Die Reiseroute ist vermutlich im Gencode hinterlegt.

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