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Vorbereitung auf den großen Tag: Die Störche in Lippinghausen üben für ihren ersten Flug. Da das Nest nicht groß genug ist für gleichzeitige Übungen, macht sich eins der Jungtiere stets klein, während das andere seine Schwingen testet. In wenigen Tagen muss es losgehen, sagt Beobachter Gerhard Schäper. - © Gerhard Schäper
Vorbereitung auf den großen Tag: Die Störche in Lippinghausen üben für ihren ersten Flug. Da das Nest nicht groß genug ist für gleichzeitige Übungen, macht sich eins der Jungtiere stets klein, während das andere seine Schwingen testet. In wenigen Tagen muss es losgehen, sagt Beobachter Gerhard Schäper. | © Gerhard Schäper

Lippinghausen Rücksichtslos: Drohne verängstigt Jungstörche in Lippinghausen

Rücksichtslos: Eine Drohne hat die Lippinghauser Jungstörche in Aufregung versetzt. Das ist derzeit besonders gefährlich, weil sie noch nicht fliegen und aus dem Nest fallen können. Polizei und Luftfahrtbehörde ermitteln

Alexander Jenniches
19.07.2018 | Stand 19.07.2018, 12:25 Uhr |

Lippinghausen. Ein Unbekannter hat am Montagabend mit einer Drohne die Jungstörche auf dem Horst in Lippinghausen verängstigt. Das Fluggerät schwebte mehrere Minuten in einiger Entfernung um den Horst und näherte sich später bis auf wenige Meter den im Nest sitzenden Tieren. Wie Beobachter berichten, reagierten die Störche aufgeregt und klapperten mit ihren Schnäbeln. Jungstorch geht in Deckung, als sich die Drohne nähert Auf einem Video, das das Drohnenmanöver zeigt, ist auch zu sehen, wie einer der Jungstörche in Deckung geht, als das Fluggerät dem Nest sehr nahe kommt. Andere größere Vögel versuchen sogar, den Eindringling zu attackieren. Der unbekannte Drohnenpilot hat jetzt mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Denn es ist laut Gesetz sowohl verboten, über fremde Privatgrundstücke zu fliegen, als auch Tiere mit einer Drohne mutwillig zu beunruhigen. Die Grundstückseigentümer haben bei der Polizei Anzeige erstattet. Wie Polizeisprecher Uwe Maser gegenüber dieser Zeitung sagte, wird die Direktion Kriminalität das Ermittlungsverfahren an die zuständige Luftfahrtbehörde weiterleiten. Es handelt sich in diesem Fall um einen Verstoß gegen das Luftverkehrsgesetz. Jungstörche starten bald zu ihrem ersten Flug Auch Storchenkenner Gerhard Schäper aus Lippinghausen ist über das Drohnenmanöver beunruhigt. Gerade in diesen Tagen kommen die jungen Störche in eine entscheidende Phase ihrer Entwicklung: "Ich erwarte täglich den Jungfernflug der Tiere. Es sind ja zwei junge Störche da oben im Nest, die noch nicht fliegen können. Wenn sie durch eine Drohne verschreckt werden, besteht die Gefahr, dass sie aus dem Nest fallen. Da geht es 30 Meter in die Tiefe." Derzeit üben die Störche noch, abzuheben. Sie flattern abwechselnd über dem Nest und machen sich damit bereit für ihren ersten Flug. Nach Gerhard Schäpers Berechnungen dürfte es spätestens in der kommenden Woche soweit sein, denn "alle Störche auf dem Horst in Lippinghausen sind bisher zwischen dem 13. und 18. Juli das erste Mal geflogen. Aber vielleicht gibt es auch eine Entwicklungsverzögerung, denn das Nahrungsangebot war wegen starker Trockenheit in diesem Jahr nicht so gut." Wem die Drohne gehört, die die jungen Störche erschreckt hat, und welche genauen Strafen sich daraus für den unbekannten Piloten ergeben, ist derzeit unklar. Das Fluggerät entschwand nach dem Manöver Richtung Lippinghausen-Zentrum, aus dem es auch angeflogen war. Die Störche machten am Tag danach wieder einen beruhigten Eindruck und übten fleißig für den ersten Flug ihres Lebens. Sie werden zunächst auf Dächern landen, weil sie von dort segelnd wieder besser starten können.

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