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Schutz: Ein Storch breitet sein Gefieder aus und spendet den Jungstörchen Schatten, damit den gerade geschlüpften Tieren nicht zu heiß wird in der Sonne. - © Gerhard Schäper
Schutz: Ein Storch breitet sein Gefieder aus und spendet den Jungstörchen Schatten, damit den gerade geschlüpften Tieren nicht zu heiß wird in der Sonne. | © Gerhard Schäper

Lippinghausen Lippinghauser Störche haben Junge

Sie sind laut Storchenbeobachter Gerhard Schäper Anfang Mai geschlüpft. Das herauszufinden, war ein bisschen Detektivarbeit

Alexander Jenniches
09.06.2018 | Stand 08.06.2018, 21:36 Uhr

Lippinghausen. Die vergangenen Wochen waren sehr spannend für Gerhard Schäper. Er beobachtet und dokumentiert das Leben des Storchenpaares an der Milchstraße. Die beiden haben jetzt Nachwuchs bekommen. Gerhard Schäper kann den Horst von seinem Garten aus sehen. Das Nest befindet sich in rund 30 Metern Höhe auf dem Sockel eines ehemaligen Windrades. Mit Indizien und Fachwissen den Schlüpftag berechnet Dort sitzen jetzt nicht nur zwei stolze Eltern, sondern es recken sich auch zwei kleine Schnäbel in die Höhe, wenn die erwachsenen Tiere von der Futtersuche zurückkehren. Denn dann ist Fütterungszeit. Gerhard Schäper: "Störche haben einen Kropf und würgen ihre Nahrung heraus auf den Boden, von wo der Nachwuchs sie dann aufpickt." Die Fütterung war auch eines der ersten Indizien dafür, dass nun Jungstörche im Nest sitzen. Denn gesehen hat die kleinen Tiere zunächst niemand. Gerhard Schäper jedoch ist ein Kenner und hat Indizien und sein Wissen über Störche zusammengesetzt und daraus Schlüsse gezogen: "Ich konnte beobachten, dass am 7. April die Brutzeit begonnen hat. Man rechnet dann rund 32 Tage, bis die Jungtiere schlüpfen. Am 8. Mai verhielten sich die Störche recht nervös. Sie schauten oft unter sich, standen auf und ließen sich vorsichtig wieder nieder. So wusste ich: Da ist was im Gange." Vermutlich haben die Elterntiere an dem Tag gemerkt, wie die kleinen Störche die Eierschale langsam von innen aufgepickt haben. Mit der ersten Fütterung war dann klar: Der Nachwuchs ist da. Gesehen hat er die kleinen Tiere jedoch erst rund zwei Wochen später. Eine Storchenbeobachterin aus der Nachbarschaft wohnt weiter entfernt und hat so mit ihrem Fernglas einen flacheren Einblickwinkel ins Nest. Gerhard Schäper hingegen schaut stets steil nach oben und kann deswegen nicht über den Nestrand ins Innere schauen. Die Frau aus der Nachbarschaft rief Gerhard Schäfer an, damit er von ihrer Warte aus einen Blick ins Nest werden könnte. Und so sah er am 26. Mai die beiden Jungtiere erstmals gemeinsam mit ihren Eltern. Welches Geschlecht der Nachwuchs hat, das lässt sich aus der Ferne in dem Alter nicht bestimmen. Erst wenn Störche älter sind, entwickeln männliche Tiere einen etwas größeren Körper und längeren Schnabel, wodurch Kenner im Vergleich dann die Geschlechter unterscheiden können. Der Start von Dächern ist am Anfang einfacher Die Kleinen werden in diesen Tagen mehrmals gefüttert. Sie bleiben rund zwei Monate im Nest. Mitte Juli unternehmen sie dann ihre ersten Flugversuche. Schäper: "Dann kann man sie auch vermutlich auf Dächern sehen. Von dort ist der Start im Gleitflug einfacher. Für einen Start vom Boden sind sie zu der Zeit noch nicht ganz bereit." Im August machen sie sich dann auf in Richtung Süden, nach Spanien oder Afrika. Sie bilden Zuggesellschaften mit anderen Störchen und fliegen in die Ferne. Ihre Eltern bleiben in Lippinghausen. Die beiden wohnen zu Gerhard Schäpers Freude dort schon seit vier Jahren.

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