Gastgeber: Günter Meyer zur Heide (v.l.), Günter Wörmann, Heinz Willer, Bertram Kostelnik und Jürgen Kelle. - © Kristine Greßhöner
Gastgeber: Günter Meyer zur Heide (v.l.), Günter Wörmann, Heinz Willer, Bertram Kostelnik und Jürgen Kelle. | © Kristine Greßhöner

Hiddenhausen Das Museum für Holzhandwerk feiert 20-jähriges Bestehen

Kristine Greßhöner

Hiddenhausen. Sie freuen sich auf den großen Tag und ihre Gäste. Ferienbedingt ein paar Wochen vor dem eigentlichen Jubiläumstermin am 23. August 1997 feiern die Freunde des Holzhandwerksmuseums das 20-jährige Bestehen der Institution an der Maschstraße - und zwar bereits am kommenden Wochenende. Am Samstag und Sonntag bieten sie für Groß und Klein ein buntes Programm rund ums Thema Holz. Das zweitägige Museumsfest beginnt am Samstag, 20. Mai, an der Maschstraße. Geöffnet ist an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Neben Handwerksvorführungen gibt es Mitmachaktionen für Kinder, ein musikalisches Rahmenprogramm, Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Getränke. Mehrere Holzhandwerker reisen extra an und führen ihre Arbeitsschritte vor. Unter anderem nehmen teil der Zimmermannsgeselle Jonas Fink, der derzeit auf der Walz ist, die Motoren- und Traktorenfreunde, die einen Unimog zeigen und mit einem Lanz-Bulldog eine Säge antreiben, die beiden Holzkünstler Merwan Omar aus Syrien und Marek Kawiecki aus Polen, die ihre Kunstwerke im Museum zeigen. Experten wie Drechsler, (mit einer Wippdrechselbank), Stellmacher, Stuhlflechter und ein Holzschuhmacher sind da. Dieser zeigt am Sonntag, wie er mit Hilfe eines Löffelbohrers Schuhe herstellt. Zu sehen ist außerdem das Wikingerschiff des Vereins Nordstadtdrachen. Zu hören sind am Sonntag um etwa 14.30 Uhr die Seniorenbläser. Die Waldjugend hat einen eigenen Stand. Kinder können Späne machen, während ihre Eltern sich nachmittags ins Café Alte Werkstatt setzen oder sich am Kaffee-Kuchen-Bier-und-Bratwurst-Stand der Holzhandwerker bedienen. 1990 fanden sich Mitglieder der fünf Heimatvereine um Heinrich Möhlmann zusammen, um eine holzhandwerkliche Sammlung aufzubauen. Sie sollte später der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Anlass war die Sorge, dass die holzhandwerklichen Quellen in Vergessenheit geraten könnten. Durch intensives Aufspüren und Sammeln konnte bis 1994 ein beachtlicher Fundus an Werkzeugen und Maschinen zusammengetragen werden. Auf Anraten der NRW-Stiftung sah die Gruppe sich nach denkmalgeschützten Gebäuden um und fand auf der Gutsanlage die zwei Fachwerkbauten aus den Jahren 1723 und 1742 vor. Die Restaurierung begann. Am 23. März wurde der Förderverein gegründet. Der Vorstand bestand damals aus Heinrich Möhlmann, Günter Lücking, Werner Siekmann, Herbert Möller und Ulrike Bleimund. 1996 wurde mit Caspar Florenz von Consbruch ein Erbbaurechtsvertrag für zunächst 30 Jahre geschlossen. In der ersten Scheune richtete die Gruppe nach der Restaurierung eine Tischlerei mit Werkzeugen und Maschinen aus der Zeit vor 1950 eingerichtet. Das Museum öffnete am 23. August 1997. Gleichzeitig wurde die Remise mit dem funktionsfähigen Horizontalsägegatter aus den Jahren um 1895 fertiggestellt. Für die Restaurierungsarbeiten und die Einrichtung des Museums sind von den Aktiven 6.699 Arbeitsstunden geleistet worden. Nicht alle Pioniere der ersten Stunde können an dem Jubiläum teilnehmen: Heinrich Möhlmann verstarb 2008, Werner Siekmann verstarb 2014 und Günter Lücking verstarb vor zwei Jahren. Das Team der Museumsschule, Blumenstraße 60 im Ortsteil Schweicheln, beteiligt sich nur am Sonntag an der Museumsaktion. Die Schule ist am 21. Mai geöffnet von 14 bis 17 Uhr. Besucher erfahren dort, wie in einer Dorfschule von 1847 gelernt wurde und wie der Schulmeister gewohnt hat. Kaffee und Kuchen gibt es wieder im Speicher nebenan. Ab 17 Uhr findet eine Lesung statt, bei der Christa Gante zu einer "Literarischen Reise durch die Mark Brandenburg und nach Masuren" einlädt. Auf dem Programm stehen unter anderem Erinnerungen und Erzählungen von Ilse Gräfin von Bredow und Siegfried Lenz. Der Eintritt ist frei.

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