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Archivfoto: Alte Sparkassen Filiale in Eilshausen. - © ralf bittner
Archivfoto: Alte Sparkassen Filiale in Eilshausen. | © ralf bittner

Hiddenhausen SPD wehrt sich gegen Sparkassen-Pläne

Politik: Die Hiddenhauser Sozialdemokraten fordern eine Rücknahme der Gebührenerhöhung. Mit einer Resolution des Gemeinderates soll dem Nachdruck verschafft werden

Felix Eisele
06.12.2015 | Stand 07.12.2015, 14:35 Uhr

Hiddenhausen. Als die Sparkasse Herford Anfang Oktober ihre Buchungsgebühren erhöhte, ließ die Kritik nicht lange auf sich warten. Jetzt aber setzt die Hiddenhauser Ratsfraktion der SPD noch einen drauf: In einer Resolution fordert sie das Kreditinstitut zur Rücknahme der Gebührenerhöhung auf. In der Sitzung des Gemeinderates am 17. Dezember hofft sie auf eine breite Unterstützung für ihr Vorhaben. Henrik Franke hat endgültig genug. Erst die Schließung mehrerer Filialen im Gemeindegebiet, dann die Erhöhung von Buchungsgebühren, zuletzt auch noch das Bekanntwerden von Rekordgewinnen und sechsstelliger Bezüge des Herforder Vorstandsvorsitzenden Peter Becker. "Was die Sparkasse Herford derzeit macht", so sagt der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Gespräch mit der NW, "hat mit ihrem eigentlichen Wesen nicht mehr viel zu tun." Damit spielt Franke insbesondere auf das Selbstverständnis der Sparkassen an. Demnach soll allen Bürgern, unabhängig vom Einkommen, die Möglichkeit für eine Kontoführung mit geringen Gebühren eröffnet werden. Zudem heißt es im Sparkassengesetz des Lands Nordrhein-Westfalen, dass "die Erzielung von Gewinn nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes" ist. Ein Ansatz, der nach Frankes Auffassung mehr und mehr verloren geht. Aus diesem Grund habe er auch die Resolution der SPD-Fraktion verfasst. "Gerade wir als Politiker müssen ein Interesse daran haben, das Sparkassenwesen zu erhalten", sagt er auch mit Blick auf jüngere Generationen, die sich meist "wechselwilliger" zeigten, als ältere Mitbürger. In Zeiten, in denen etliche Banken mit kostenlosen Führungsgebühren werben, sei das Verhalten der Sparkasse erst recht kontraproduktiv. "Über Jahre wurden wir zu Online-Banking und Home-Office erzogen", sagt Franke. "Und genau an dem Punkt greift man den Leuten jetzt in die Tasche." Ganz so leicht aber wollen die Sozialdemokraten die Sparkasse damit nicht durchkommen lassen. Schon die Unterschriftensammlungen im Mai und im August dieses Jahres hätten die Enttäuschung der Bürger über die jüngsten Entwicklungen deutlich gemacht. Mit ihrer Resolution will die Hiddenhauser SPD nun ein ebenso deutliches Zeichen hinterher schicken. "Dafür hoffen wir natürlich auf eine breite Mehrheit im Rat", sagt Henrik Franke. "Und vielleicht schließt sich ja auch die ein oder andere Kommune im Kreis noch an."

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