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Zigarrenmacherin Bökenkrüger zeigt den Brüdern Wim (l., 6) und Leonhard (8) Schlomann, wie früher Zigarren gedreht wurden. - © FOTO: SINA WOLLGRAMM
Zigarrenmacherin Bökenkrüger zeigt den Brüdern Wim (l., 6) und Leonhard (8) Schlomann, wie früher Zigarren gedreht wurden. | © FOTO: SINA WOLLGRAMM

Hiddenhausen Seltenes Zigarrenhandwerk

Holzhandwerksmuseum beendet Aktionstage

VON SINA WOLLGRAMM
07.01.2014 | Stand 05.01.2014, 20:50 Uhr

Hiddenhausen. Es gibt sie kaum noch: Die Zigarrenmacherinnen. Das Holzhandwerksmuseum hat mit Tabakdreherin Bökenkrüger jedoch noch eine echte Zigarrenmacherin gefunden. Zum Abschluss der Aktionstage kamen mehr als 100 Besucher, um sich das Handwerk rund um die alte Tabakindustrie anzuschauen.

Mit vielen Fragen angereist waren die Brüder Leonhard (8) und Wim (6) Schlomann. Auch die eigene Ururoma habe Zigarren gedreht und das in Wims heutigem Kinderzimmer. Kein Wunder, dass die beiden Jungs einmal sehen wollten, was genau eine Zigarrenmacherin überhaupt tut.

"Ich finde es interessant, wie schnell sie das wickelt", erzählte Leonhard und meint damit das Umwickeln des Rohlings mit dem angefeuchtetem Deckblatt.

500 Zigarren am Tag habe eine Zigarrenmacherin schaffen können. Heute werden die Aufgaben rund um das Drehen von Tabak maschinell ausgeführt. Zigarrenmacherin Bökenkrüger ist seit 60 Jahren im Geschäft und dreht für Tabak Schuster in Bünde.

Viele der Besucher in Hiddenhausen erzählten von ihren eigenen Erfahrungen mit Zigarren, Stumpen und verschiedenen Tabaksorten. Sumatra- und Brasil-Zigarren durften im Holzhandwerksmuseum jedoch nur angesehen werden. Der Verkauf wäre ohne weiteres nicht möglich. "Das verbietet der Zoll", berichtete Zigarrenmacherin Bökenkrüger.

Auch Günter Meyer zur Heide, einer der stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins des Holzhandwerksmuseum, erzählte den Besuchern vom Zigarrendrehen. Als kleiner Junge hatte er schon seiner Mutter dabei zugesehen. "Das war Bestandteil meiner Kindheit", berichtete Meyer zur Heide. So sei der erste Tabak aus Bremen nach Bünde gekommen, wo die Tabakindustrie verstärkt in Heimarbeit betrieben wurde.

Für das Holzhandwerksmuseum war es der letzte von sieben Aktionstagen, die erstmalig stattgefunden haben. Insgesamt waren mehr als 700 Besucher in den Ausstellungen. Neben dem Zigarrentag kam besonders der Schlachtetag mit Probiermöglichkeit gut an.

Vom heutigen Montag an bis zum 23. März gibt es keine weitere Ausstellung. Für Führungen und Kindergeburtstage bleibt die Tür des Holzhandwerksmuseum weiterhin geöffnet. Am 24. März klingen denn die Glocken, denn dann beginnt die Osterausstellung, in der es um das Gießen von Glocken gehen wird.

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