Die Uhr zeigte kurz nach 9 Uhr, als das Mauerstück vom Brandenburger Tor gestern an der Berliner Straße aufgestellt wurde. Marco Freyer von Kreibe-Bau (vorn im Bild) war 11 Jahre, als die Berliner Mauer fiel. Jetzt dirigiert er den Roeder-Kran. - © FOTO: LÜDEKING
Die Uhr zeigte kurz nach 9 Uhr, als das Mauerstück vom Brandenburger Tor gestern an der Berliner Straße aufgestellt wurde. Marco Freyer von Kreibe-Bau (vorn im Bild) war 11 Jahre, als die Berliner Mauer fiel. Jetzt dirigiert er den Roeder-Kran. | © FOTO: LÜDEKING

Herford Das Mauer-Denkmal steht

Vier Tonnen Beton mit Farbspuren erinnern an die Überwindung der Teilung

VON HARTMUT BRAUN

Herford. Nicht weit vom letzten Stück Stadtmauer am Rande des Hollands steht direkt neben der Normaluhr seit gestern auf einem flachen Sockel ein meterbreites Stück von der Berliner Mauer. Am Samstag wird es als Denkmal der Öffentlichkeit übergeben.

Aus extrem hartem Beton haben Angehörige der Nationalen Volksarmee der DDR vor 48 Jahren im August das Stück gegossen und als Teil der mörderischen Grenzanlage mitten durch Berlin installiert. Es befand sich am Brandenburger Tor. Jetzt erinnert es 380 Kilometer entfernt in der westfälischen Provinz an ein triumphales Kapitel deutscher Geschichte - die Überwindung der Teilung.

Mauerpicker hatten es schwer, Löcher in das Bauwerk zu klopfen. Doch Farbspuren zeigen auch an diesem Stück, wie die Berliner Mauer nach dem 9. November 1989 zur Leinwand für malerische Aktivitäten wurde.

Kein Problem war es gestern für Bauleiter Philipp Förster (Firma Kreibe-Bau) und seine Mitstreiter Marco Freyer (Kreibe) und Friedrich Wilhelm König (Roeder-Kräne), das vier Tonnen schwere Erinnerungsstück direkt an der Berliner Straße auf den dort vorgegossenen Sockel zu stellen. In wenigen Minuten hatte der Autokran das Denkmal vollendet. Heute kommt eine Tafel dazu.

Anfangs hatte es zwischen Stifter Peter Koch und der Stadt Irritationen um den Standort gegeben. Zeitweilig sollte es in der Nähe einer Schule aufgestellt werden. Doch am Ende einigte Bürgermeister Bruno Wollbrink sich mit Kochs örtlichem Sachwalter Bruno Vehmeier auf den Standort an der Normal-Uhr.

Zur Eröffnung am Samstag wird außer dem Bürgermeister auch die Familie Koch in Herford erwartet. Sie betreibt in Berlin eine Leichtmetallgießerei und hat in Herford Wohnanlagen mit mehr als 200 Wohnungen bauen lassen, darunter an der Salzufler Straße 34, der Schiller, Mindener, Sudeten- und Eisgraben sowie der Glumke.
´Die Öffentlichkeit ist bei der Einweihung am Samstag, 12 Uhr, willkommen.

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