Das Kreiswehrersatzamt an der Wittekindstraße wird im nächsten Jahr von der Bundeswehr aufgegeben. - © FOTO: KIEL-STEINKAMP
Das Kreiswehrersatzamt an der Wittekindstraße wird im nächsten Jahr von der Bundeswehr aufgegeben. | © FOTO: KIEL-STEINKAMP

Herford Kreiswehrersatzamt Herford schließt 2014

Was mit einem der sichersten Gebäude Herfords passieren soll

23.08.2013 | Stand 23.08.2013, 17:14 Uhr

Herford. Die Zeiten des Besucheransturms sind schon seit ein paar Jahren vorbei - auch die letzten Mitarbeiter, die derzeit noch im Kreiswehrersatzamt an der Wittekindstraße in Herford ein und aus gehen, werden sich bald verabschieden. In wenigem Monaten ist dann Schluss. Dann soll das Gebäude NW-Informationen zufolge verkauft werden. Wie mehrfach berichtet, hat das Kreiswehrersatzamt Herford seit dem Ende der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland einen Großteil seiner Aufgaben - vor allem die Musterung und die Einberufung junger Männer zum Dienst an der Waffe - verloren. 60 Mitarbeiter waren hier zu Hochzeiten tätig, Ende vergangenen Jahres waren es noch 20. Wer noch übrig ist, wird in den kommenden Monaten auf einen anderen Dienstposten innerhalb der Bundeswehr versetzt. Die meisten hätten eine neue Verwendung in der Region gefunden, heißt es. Zunächst war angepeilt worden, das Kreiswehrersatzamt - das inzwischen im Zuge einer Reform der Streitkräfte den Titel "Karrierecenter, Außenstelle Herford" trägt - Ende des laufenden Jahres zu schließen. Nun wird der Betrieb voraussichtlich noch ein paar Wochen länger aufrecht erhalten. Auf Anfrage der NW bestätigte ein Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dass die Bundeswehr die Immobilie noch bis ins erste Quartal des kommenden Jahres nutzen wolle. Erst dann sei mit einer Schließung zu rechnen. Mittlerweile ist auch klar, wie das Gebäude anschließend genutzt werden soll. Wie die NW berichtet hatte, war überlegt worden, in dem Haus ein Scan-Zentrum für die Bundesagentur für Arbeit unterzubringen. Von diesem Vorhaben wurde mittlerweile offenbar Abstand genommen. Ein kommunaler Bedarf an der Einrichtung habe sich nicht ergeben, heißt es. Stattdessen soll das Kreiswehrersatzamt nun auf dem freien Immobilienmarkt angeboten und verkauft werden, da man es behördlich nicht weiter nutzen könne. Zuvor seien allerdings "noch etwaige bauliche Zusammenhänge mit dem benachbarten Finanzamt zu prüfen und erforderlichenfalls zu bereinigen". Die beiden Gebäude grenzen an der Wittekindstraße direkt aneinander. Die genauen Details eines möglichen Verkaufs stehen noch nicht fest, auch die Höhe des Preises und das Datum eines Verkaufs sind noch nicht klar. Was einen potenziellen Käufer freuen dürfte: Die Bundeswehr hat die Außenfassade der Einrichtung noch in den vergangenen Wochen sanieren lassen. Der Brandschutz habe die Arbeiten notwendig gemacht, heißt es. Ein weiterer Pluspunkt des Hauses: Ein möglicher Käufer müsste nicht um seine Sicherheit besorgt sein. So gilt das Kreiswehrersatzamt durch die jahrzehntelange Nutzung durch die Bundeswehr als eines der am besten gesicherten Gebäude der ganzen Region. Unter anderem sollen schusssichere Fenster eingebaut worden sein.

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