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Herford Mit dem Smartphone zum Eisernen Kanzler

Freundeskreis Bismarckturm bietet Besuchern QR-Code als Informationsquelle an

Von Eike Horstmann
07.06.2013 | Stand 06.06.2013, 16:32 Uhr
Der Herforder Werbefachmann David Speczyk (l.) und der Vorsitzende des Freundeskreises Herforder Bismarckturm, Peter Bubig, mit der inzwischen am Turm angebrachten QR-Code-Metallplatte. - © FOTO: HORSTMANN
Der Herforder Werbefachmann David Speczyk (l.) und der Vorsitzende des Freundeskreises Herforder Bismarckturm, Peter Bubig, mit der inzwischen am Turm angebrachten QR-Code-Metallplatte. | © FOTO: HORSTMANN

Herford. Hätte sich der Freundeskreis Herforder Bismarckturm für herkömmliche Hinweistafeln entschieden, hätten sie mit der geballten Information rund um ihr steinernes Denkmal den halben Turm verkleiden können.

Statt dessen entschieden sich die Förderer für einen modernen QR-Code, der jetzt auf einer kleinen Metallplatte am Fuße des Bismarckturmes angebracht ist – und auf die Smartphones der Besucher wartet.

Für "Quick Response", also "schnelle Antwort" steht das Kürzel der Codierung, mit der der Herforder Unternehmer David Speczyk blitzschnell Informationen übermittelt. Denn sobald die unscheinbar wirkenden schwarzen und weißen Kästchen von der Kamera eines modernen Telefons erfasst werden, tauchen auf dem Handy dafür optimierte Texte, Bilder und Grafiken auf.

"Das ist eine fantastische und zeitgemäße Ergänzung zu unserer Homepage im Internet", sagt der Vorsitzende des Freundeskreises, Peter Bubig.

Der Kontakt zwischen David Speczyk und dem Freundeskreis kam über einen Bericht in der Neuen Westfälischen zustande. Darin wurde die Geschäftsidee des Stedefreunders vorgestellt, Grabmäler per QR-Code zu virtuellen und individuellen Gedenkstätten aufzuwerten. Den Gedanken, öffentliche Denkmäler nun ebenfalls mit dem auffälligen Muster zu versehen, trennt der Werbefachmann jedoch klar von den Grabsteinen.

"Auf Friedhöfen wird nichts verwendet, was die Ruhe stört", sagt Speczyk. "Also keine Audio-Dateien oder Videos." Dies wiederum gehört bei öffentlichen Denkmälern wie dem Bismarckturm schon fast zwingend dazu. Die stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises, Regina Hensel, hat dafür eigens die Texte gesprochen und aufgezeichnet, auch sie sind via Smartphone direkt vor Ort abrufbar.

"Mit seiner Idee hat Herr Spezyk bei uns offene Türen eingerannt", sagt Bubig. Auch der Ehrenvorsitzende des Freundeskreises, Günther Sauder, zeigt sich begeistert – gleichwohl er selbst kein Smartphone hat. "So ein Code zeigt fortschrittliches Denken", so das Gründungsmitglied. "Fürst Bismarck hätte sich sicherlich darüber gefreut."

Mit der Installation des Schildes ist für die Bismarckturm-Freunde allerdings das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die bereits in Englisch, Französisch und Polnisch vorliegenden Informationen sollen schon noch möglichst zu den Hansetagen in weiteren Sprachen verfügbar sein.

David Speczyk möchte wiederum weitere Denkmäler in Herford und darüber hinaus mit QR-Codes versehen: "Ich möchte Städte virtuell machen", sagt der Fachmann. "Die Kosten sind gering und die Informationen sind leicht zu pflegen." Zudem sei das digitale Angebot werbefrei – einzig auf der Metallplatte mit dem Code haben Sponsoren die Möglichkeit, mit ihrem Logo Präsenz zu zeigen.

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