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Herford Bauprojekt Bäckerstraße 7 ist vom Tisch

Ausschuss lehnt das beantragte sechste Geschoss des Neubaus ab

10.05.2013 | Stand 08.05.2013, 19:21 Uhr
Der Bauzaun vor dem Gebäude bleibt. - © FOTO: BITTNER
Der Bauzaun vor dem Gebäude bleibt. | © FOTO: BITTNER

Herford (jwl). Das Bauprojekt Bäckerstraße 7 ist nach Angaben des Investors Gilde Stadtsanierung gescheitert. Das Unternehmen hatte ein schnelles und positives Votum gefordert, um mit den Arbeiten beginnen zu können. Hintergrund des Rückzugs ist die einstimmige Entscheidung des Herforder Bauausschusses, den neuen Plänen für das Areal unter anderem aus städtebaulichen Gründen nicht zuzustimmen. Wie berichtet, hatte sie auch der Beirat für Stadtbildpflege abgelehnt.

Dreh- und Angelpunkt ist dabei ein sechstes Geschoss. Im Herbst 2012 hatte der Investor zunächst Pläne für ein fünfgeschossiges Gebäude mit rund 16,3 Metern Höhe vorgelegt. Die Neuplanung mit einer Maisonette-Wohnung und einer Gesamthöhe von rund 19 Metern war nach Angaben des Investors sowie des Eigentümers nötig geworden, weil ein Nachbar sich geweigert habe, Baulasten zu übernehmen – oder dies nur gegen eine sechsstellige Summe habe tun wollen. Alle Bemühungen, eine Lösung zu erzielen, seien gescheitert, so Bäckerstraßen-7-Eigentümer Alexander Strese aus Lage. Das sechste Geschoss, das noch unter der Höhe des Nachbargebäudes und auch der benachbarten Diakonie bleibe, sei notwendig für die Wirtschaftlichkeit.

Eckart Klemens (SPD) verwies darauf, dass man dem Investor bereits in weiteren Stücken beim ersten Plan entgegengekommen sei. Er wertete dessen Vorgehen als Erpressung. Aus "unserer Sicht ist die Grenze dessen erreicht, was städtebaulich zulässig ist", kommentiert Herbert Even (Grüne) die neuen Pläne. Hans-Henning Warneke von der FFH (Freie Fraktion Herford) erinnerte daran, dass eine "langfristige Entscheidung gefragt sei". Ralf Grebe (CDU) unterstrich, dass "an der Stelle was passieren muss", doch ein sechste Geschoss gehe "beim besten Willen nicht". Ausschussvorsitzender Werner Seeger (CDU) regte wie Hans-Jürgen Rühl (SPD) weitere Gespräche an. Die könnten, so Grebe, auch unter Vermittlung der Stadt zustande kommen.

Ratsherr Hans-Günter Scheffer, der im Ausschuss Rederecht hat, war der einzige, der sich für den Plan aussprach. Er erinnerte daran, dass das Areal Bäckerstraße/Waisenhausstraße bereits vor einem halben Jahrzehnt von Bürgermeisterkandidaten als Schandfleck gegeißelt worden war – aber bisher nichts passiert sei. Diesen Status wird das Haus vorerst wohl behalten.

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