Aber bald nicht mehr - es kommen 400 Kollegiaten. - © FOTO: KIEL-STEINKAMP
Aber bald nicht mehr - es kommen 400 Kollegiaten. | © FOTO: KIEL-STEINKAMP

Kreis Herford Anna Siemsen geht nach Elverdissen

Sattler, Freizeitsportler und Fachoberschüler werden für fünf Jahre ausgelagert

VON HARTMUT BRAUN

Kreis Herford. Das Anna-Siemsen-Berufskolleg (ASB) wird im Sommer mit 400 Schülern aus dem Berufsschulzentrum im Aawiesenpark nach Elverdissen umziehen. Freizeitsportleiter, Sattler und Fachoberschüler (Soziales und Hauswirtschaft) lernen im früheren Hauptschulgebäude am Freibad, das der Kreis Herford ab sofort für einige Hunderttausend Euro umbaut und einrichtet.

"Das ist sicher nicht die beste aller Lösungen zur Behebung der Raumnot der Berufskollegs", sagt Schulleiterin Doris Römer. "Wir wollen jedoch das Beste daraus machen. Vielleicht bietet dieser Standort ja auch Vorteile."

Diese Haltung hat der Chefin von "Anna Siemsen" im kreispolitischen Raum hohe Anerkennung eingebracht. Zuvor schien es lange Zeit, dass die drei Herforder Berufskollegs in den Aawiesen die vom Kreistag befürwortete vorübergehende Verlagerung von Klassen ins fünf Kilometer entfernte Elverdissen boykottieren könnten. Friedrich-List- und Wilhelm-Normann-Kolleg wehrten sich vehement; es gab sogar Drohungen mit Schüler-Demonstrationen.

Doch eine Total-Verweigerung hätte bedeutet, dass die von allen drei Kollegs beklagte dramatische Raumnot weiterhin bestanden hätte. Um so größer war die Erleichterung über die "positive Wendung" (Christoph Roefs, CDU). "Dank an Frau Römer, sie hat den Knoten durchgehauen", sagt auch Wolfgang Tiekötter (SPD).

Direkt nacheinander fassten der Kreisschul- und der Kreisausschuss gestern Auslagerungs-Beschlüsse - der Schulausschuss einstimmig bei Enthaltungen, der Kreisausschuss bei einer Gegenstimme. Eckhard Gläsker (Freie Wähler) hätte, ebenso die Grünen, eine langfristig angelegte Lösung bevorzugt.

Sprecher aller Fraktionen versicherten, die Beschulung in Elverdissen werde ein Provisorium für nur fünf Jahre sein; spätestens in drei Jahren werde ein Dauer-Konzept vorliegen.

Dezernent Paul Bischof, dessen Arbeit an diesem Thema von Gerhard Thees (SPD) ausdrücklich gewürdigt wurde, versprach die zeitnahe Erarbeitung von Alternativen: "In den nächsten drei Jahren wird sich in der Herforder Schullandschaft viel tun - da ergeben sich sicher gute Chancen." Es wird im übrigen noch mehr Umzüge geben: Weitere acht Klassen vom Friedrich-List-Kolleg (FLB) ziehen ins Schulhaus an der Ravensberger Straße. Und ein Aawiesen-Pavillon wird vom FLB für das Wilhelm-Normann-Kolleg frei gegeben.
 

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