Kreis Herford Herford, der Pendler-Magnet

Zahl der Berufspendler nimmt weiter zu / Im Kreis mehr Aus- als Einpendler

VON EIKE J. HORSTMANN
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Kreis Herford. Die Zeiten, in denen die Arbeitsstelle nur wenige Meter von der Haustür entfernt lag, sind vorbei. In Nordrhein-Westfalen pendelt die Hälfte (50,1 Prozent) aller Erwerbstätigen täglich über Gemeindegrenzen hinweg von ihrem Wohnort zur Arbeit. Im Kreis Herford liegt dieser Wert deutlich höher, wobei wesentlich mehr Menschen aus den Kommunen aus- als einfahren - mit einer großen Ausnahme.

Die Stadt Herford sticht aus den jetzt vom Statistischen Landesamt veröffentlichten Daten zu den Pendlerströmen in NRW im Vergleich zu den weiteren Städten des Kreises deutlich hervor. Denn sie ist die einzige Kommune, die 2011 im Vergleich zwischen Ein- und Auspendlern ein Plus aufweist.

24.983 Menschen fahren Tag für Tag in die Hansestadt zur Arbeit, lediglich 14.231 Herforder überqueren ihrerseits die Stadtgrenzen, um ihrem Erwerb nachzugehen. Der größte Austausch findet dabei mit Bielefeld statt (siehe nebenstehende Grafik).

Alle anderen Städte und Kommunen im Kreis Herford haben hingegen einen negativen Pendler-Saldo, was sich auch im Gesamttrend für den Kreis niederschlägt. "Die Beschäftigungsverluste im Kreis Herford haben sich deutlich auf die Pendlerstruktur ausgewirkt", stellte die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld in einer Strukturanalyse der Wirtschaft im Kreis Herford fest.

Bis in die späten Neunzigerjahre hinein zog der Kreis mehr Arbeitskräfte an, als dass Berufstätige den Kreis verließen. Der Trend kippte erstmals zum Beginn des neuen Jahrtausends und geht seit dem immer tiefer in den roten Bereich. "Die Bevölkerung ist in den letzten Jahren den Arbeitsplätzen gefolgt, entweder durch Fortzug oder durch Pendeln zur Arbeitsstätte", so die IHK-Studie.

In Spenge stehen so 2.065 Einpendlern 5.385 Auspendler gegenüber, in Vlotho sind es 4.731 zu 5.587. Nach Kirchlengern fahren 4.992 Arbeitnehmer, heraus fahren 5.905. Löhne verzeichnet ebenfalls ein Minus, 9.728 Einpendler zu 12.052 Auspendlern. 2.556 Rödinghauser fahren täglich über die Gemeindegrenzen zur Arbeit, aus der anderen Richtung kommen 3.705. In Enger stehen 4.516 Einpendler 7.529 Auspendlern gegenüber. In Hiddenhausen steht die Quote 4.562 zu 7.395, in Bünde 10.318 zu 12.535.

Landesweit hat die Quote der Berufspendler im vergangenen Jahr zugenommen. Im Vergleich zur Berechnung im Jahr 2010 sind 2,3 Prozent mehr Erwerbstätige täglich unterwegs.
 
 

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