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Die liebevoll "Lok" genannte Draisine, die die Aktiven des Heimatvereins Stedefreund nach dem ersten Draisinentag vor vier Jahren runderneuert und technisch aufgerüstet haben. Es war vorerst die letzte Fahrt in Diebrock. - © FOTO: MEYER
Die liebevoll "Lok" genannte Draisine, die die Aktiven des Heimatvereins Stedefreund nach dem ersten Draisinentag vor vier Jahren runderneuert und technisch aufgerüstet haben. Es war vorerst die letzte Fahrt in Diebrock. | © FOTO: MEYER

HERFORD Schöneberg sucht neue Heimat für altes Gleis und zwei Draisinen

Unternehmer baut Schienenstrang in Diebrock ab, lagert ihn zwischen und will ihn in der Nähe wieder aufbauen / Draisinen sollen in Herford bleiben / Bauamt soll helfen

VON THOMAS HAGEN
23.05.2012 | Stand 22.05.2012, 21:32 Uhr

Herford. Eigentlich hatte der Heimatverein Stedefreund das Totenglöckchen für das vor 27 Jahren außer Dienst gestellte Draisinengleis entlang des Diebrocker Industriegebietes schon geläutet, da hauchte Unternehmer Friedrich-Wilhelm Schöneberg der Strecke neues Leben ein.

Am Himmelfahrtstag hatten die Freunde von per Muskelkraft betriebener Schienenfahrzeuge zum zweiten – und letzten – Draisinentag eingeladen. Der Wellteam-Seniorchef war auch gekommen und zeigte sich angetan von Organisation und Angebot des Stedefreunder Heimatvereins: "Das war perfekt gemacht – vor allem für die Kinder. Da hab’ ich mir gedacht, dass man so etwas nicht sterben lassen kann. Traditionen müssen erhalten werden", sagt Schöneberg.

Wegen baulicher Erweiterungen und weil Parkflächen für die expandierende Firma fehlen, muss das 650 Meter lange ehemalige Zubringergleis weichen. Beim Draisinentag verkündete Schöneberg dann unerwartet: "Ich will alles daransetzen, Gleise und Draisinen zu retten. So etwas Schönes wie die kleine Lok inmitten dieser herrlichen Landschaft muss gerettet werden."

Die Aktiven vom Heimatverein, allen voran Bahn-Freund Eckhard Meyer, fielen aus allen Wolken. Nun bietet sich ihnen wieder eine Perspektive, könnte das Ende noch einmal abgewendet werden. Zwei Draisinen sind noch im Fundus des Heimatvereins. Eine mit, eine ohne Motor. Sie sind bei einer Metallbaufirma eingelagert.

Wie – und ob – es nun weitergehen wird, hängt nach Ansicht Schönebergs auch vom Baudezernenten Dr. Peter Böhm ab. Ihm hat der Freund heimatlicher Traditionen einen Brief geschrieben. In ihm wirbt er für die Neuverlegung des Gleises entlang einer neu zu bauenden Straße am Firmengelände. Alternativ soll ein Areal in Diebrock oder Stedefreund gefunden werden. "Nicht optimal wäre es, wenn ein Gelände weit von Diebrock entfernt dazu dienen müsste", sagt Schöneberg.

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