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HERFORD Schlag gegen Kräuterdrogen-Händler

Süddeutsche Zollfahnder durchsuchen Häuser im Kreis Herford

VON JOBST LÜDEKING
29.11.2011 | Stand 28.11.2011, 22:34 Uhr
Sie tragen Namen wie "Star of Fire" oder "Monkeys go Bananas" und gefährden die Gesundheit der Konsumenten. - © FOTO: POLIZEI GIFHORN/STEFAN KAULBARSCH
Sie tragen Namen wie "Star of Fire" oder "Monkeys go Bananas" und gefährden die Gesundheit der Konsumenten. | © FOTO: POLIZEI GIFHORN/STEFAN KAULBARSCH

Herford. Zollfahnder aus Nürnberg haben nach Informationen der Neuen Westfälischen bei einer überregionalen Großaktion im Kreis Herford zugeschlagen und mehrere Häuser durchsucht. Bei den Ermittlungen der fränkischen Fahnder geht es um so genannte Kräuterdrogen, die unter anderem im Kreisgebiet abgepackt und dann bundesweit verschickt worden sein sollen.

Ein Sprecher der Nürnberger Zollfahndung wollte die Aktion im Wittekindskreis auf NW-Anfrage "weder bestätigen noch dementieren". Der Handel mit den Kräutermischungen ist für die Polizei, die Justiz, aber auch viele Mediziner ein Problem.

Der Vertrieb ist so lange legal, wie den Mischungen nicht verbotene oder unter das Betäubungsmittelgesetz fallende Stoffe zugesetzt werden. Die Tütchen, die Phantasienamen tragen, werden meist in Mengen von maximal 10 oder 20 Gramm über das Internet, aber auch teilweise über Händler verkauft.

Oft chemische Stoffe beigemengt

Sehr oft werden den Kräutermischungen aber chemische Stoffe beigemengt, die ähnlich wirken wie Cannabis. So war etwa die Droge "Spice", die zunächst erlaubt war, wegen ihrer gesundheitsgefährdenden Wirkung vor zwei Jahren verboten worden.

Mediziner warnen vor den Kräuterdrogen, die geraucht etwa Halluzinationen aber auch Empfindungsstörungen hervorrufen können. Sie können auch zu Herzflimmern und Kreislaufproblemen führen. In Süddeutschland fielen bereits Konsumenten ins Koma.

Offenbar um Probleme mit der deutschen Justiz zu umgehen, so der aktuelle Verdacht, agierte im aktuellen Fall angeblich ein Unternehmen im chinesischen Hongkong als Exporteur der Kräuterdrogen.

In Herford verwogen, abgepackt und verschickt

Tatsächlich, so der Verdacht, dem die Beamten nachgehen, wurden die Bestellungen nicht in Fernost, sondern unter anderem im Kreis Herford verwogen, abgepackt und bundesweit an die Abnehmer verschickt.

Wie lukrativ das Grauzonen-Geschäft sein kann, zeigt ein Fall aus München: Dort hatte die Polizei vier Händler verbotener Kräuterdrogen auffliegen lassen, die binnen weniger Wochen 500.000 Euro umgesetzt hatten.

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