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Die Herforder Delegation - angeführt von Manfred Schürkamp im roten Polo-Shirt mit "Herford-Aufschrift" - winkt Tausenden Schaulustigen zum Abschied der Hansetage 2009 in Novgorod (Russland) zu. - © FOTO: GLOSEMEYER
Die Herforder Delegation - angeführt von Manfred Schürkamp im roten Polo-Shirt mit "Herford-Aufschrift" - winkt Tausenden Schaulustigen zum Abschied der Hansetage 2009 in Novgorod (Russland) zu. | © FOTO: GLOSEMEYER

Herford "Infiziert von der Idee der Hanse"

INTERVIEW: Manfred Schürkamp, leidenschaftlicher Hanseat, kurz vor der Abreise nach Litauen

12.05.2011 | Stand 11.05.2011, 20:30 Uhr

Herford. Am kommenden Samstag startet eine Herforder Delegation zu den internationalen Hansetagen vom 19. bis 22. Mai nach Kaunas in Litauen. Und im Jahr 2013 wird Herford selbst Austragungsort für das Treffen der Hansestädte. Anlass genug für Redaktionsleiterin Barbara Glosemeyer, mit Manfred Schürkamp über den "Bazillus" Hanse zu sprechen. Er ist Geschäftsführer der westfälischen Hanse mit Sitz in Herford und Mitglied des fünfköpfigen Präsidiums der internationalen Hanse.

Wie in den Vorjahren stellt Herford mit 74 Teilnehmern die größte Delegation. Außerdem fahren drei Musikgruppen mit nach Litauen - der Chor des Königin-Mathilde-Gymnasiums, das Blasorchester der Feuerwehr und der Shanty-Chor. Warum ist das Interesse der Herforder so groß?
MANFRED SCHÜRKAMP: Angefangen hat das 1996 mit den Hansetagen in Bergen (Norwegen). Als damals Norweger nach Herford kamen, um für die Veranstaltung zu werben, fragte ein Journalist, ob denn auch Bürger dort hinfahren könnten. Wir haben dann eine Bürgerbusreise angeboten und hatten innerhalb einer Woche mehr als 100 Anmeldungen. Damit hätte niemand gerechnet! Sicherlich war es am Anfang nicht die Hanse, die lockte, sondern die Möglichkeit, auf diese Weise vielleicht mal nach Bergen zu kommen. Aber als die Herforder dann in Bergen erlebt haben, was bei den Hansetagen los ist, waren sie infiziert (lacht).

Ist es nicht übertrieben, Herford als Hansestadt zu feiern? Richtige Hansestädte sind doch eher Hamburg oder Lübeck?
SCHÜRKAMP: Diese Städte, die jeder kennt, sind nur deshalb so bekannt, weil dahinter 170 Städte der Binnenhanse stehen, in denen das produziert wurde, was die berühmten Hansestädte im Mittelalter über ihre Häfen in die Welt verschifft haben. Deshalb liegt das Herz der Hanse in den Städten, die auf dem Land- oder Flussweg ihre Güter zu den Häfen transportiert haben. Die großen Hansestädte waren insofern nur Güterverteilzentren. Dass die Bedeutung der Binnenstädte unterschätzt wird, zeigt auch das Beispiel Soest. Sie war die erste Stadt im Mittelalter mit einem Stadtrecht, das so exzellent war, dass Lübeck es übernahm und als "Lübsches Stadtrecht" bekannt machte. Der Ursprung dafür aber liegt in Soest.

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