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Die Abiturienten um Fritz Alder (v.r.), Nils Babenhauserheide, Stefan Teutrine und Florian Bähr füllten am Wochenende mehrere Müllsäcke. Dabei fanden sie auch unversehrte Glasflaschen. - © FOTO: FLORIAN PFITZNER
Die Abiturienten um Fritz Alder (v.r.), Nils Babenhauserheide, Stefan Teutrine und Florian Bähr füllten am Wochenende mehrere Müllsäcke. Dabei fanden sie auch unversehrte Glasflaschen. | © FOTO: FLORIAN PFITZNER

HERFORD Spur aus Scherben

Gymnasiasten feiern ihre Abschlüsse im Park / Durch Krawall bringen einige ihre Mitschüler in Misskredit

VON FLORIAN PFITZNER
19.04.2011 | Stand 19.04.2011, 10:46 Uhr

Herford. Ärger über Abiturienten: Schüler des Friedrichs-, des Königin-Mathilde- und des Ravensberger Gymnasiums sowie der Herforder Berufskollegs haben am vergangenen Freitag in den Werreauen ihre bevorstehenden Abschlüsse gefeiert. Bei der als "Abi-Parksaufen" bekannten Party haben offenbar betrunkene Jugendliche Glasflaschen zerschlagen und umher geworfen. Seitdem ist die Rasenfläche zwischen FGH und RGH mit Scherben übersät. Das ärgert besonders die Anwohner.

Im sozialen Netzwerk Facebook sollen sich mehr als 1.200 Menschen für das Fest im Park angemeldet haben. 500 feierten in der Spitze nach offiziellen Angaben zwischen zehn und 19 Uhr auf der Wiese - und zwar illegal, weil die Veranstaltung nicht durch die Schulen angemeldet worden war. "Der Großteil der Leute hat sich mit steigendem Alkoholpegel daneben benommen", sagt ein 19-jähriger Abiturient des Ravensberger Gymnasiums. Viele hätten leere Bier- und Spirituosenflaschen zerschlagen. Zudem seien Glasbehälter auf angrenzende Grundstücke geworfen worden.

Den Nachbarn, die diese Art des Feierns störte, riefen die randalierenden Schüler zu, der Krawall sei "nur Spaß". Manch Anwohner hatte schon besser gelacht. "Der Park gleicht einem Minenfeld aus Glasscherben", sagt eine 25-jährige Herforderin, die das Verhalten der meisten Schüler als "asozial" bezeichnet. Zahlreiche Herforder nutzen die Wiese in der Freizeit. In erster Linie sei das nun für Kinder zu gefährlich, sagt die junge Frau, "zumal auch der Spielplatz mit Scherben übersät ist".

Rainer Koch von der Polizei Herford fuhr am Freitag um 16 Uhr über die am Park vorbeiführende Werrestraße und ärgerte sich über die "katastrophalen Verhältnisse". Kurz darauf rückten Kochs Kollegen zwei Mal aus, um Körperverletzungsdelikte aufzunehmen. Die Partys würden immer krasser: "Die Jugendlichen kennen keine Regeln mehr, viele sind zugekifft oder zugesoffen und laufen orientierungslos herum", so Koch. Die Einsatzkräfte seien allein kaum in der Lage, das Problem zu lösen. "Ohne die Eltern kriegen wir das nicht in den Griff."

Bürgermeister Bruno Wollbrink hat "durchaus Verständnis dafür, dass junge Menschen das Ende ihrer Schulzeit feiern wollen". Wer feiere, sollte allerdings auch aufräumen. "Es ist nicht hinnehmbar, wenn man ein öffentliches Gelände wild nutzt und es dann in einem inakzeptablen Zustand hinterlässt." Die Stadt werde sich kümmern.

Die Park-Nachbarn hingegen sehen die Abiturienten in der Pflicht, die zerbrochenen Flaschen "schnell und vor allem gründlich zu entfernen". Die Gymnasiasten Fritz Alder, Florian Bähr und ihre Mitschüler um Nils Babenhauserheide und Stefan Teutrine nerven die Scherben ebenso wie die Anwohner. Ohne Handschuhe wollen die Abiturienten des Ravensberger Gymnasiums die teils blutigen Splitter aber nicht anfassen. Dafür sammelten sie bis gestern mehrere Säcke Party-Müll.

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