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Herford Kirchen-Austritt scheitert an 30 Euro

Das Dilemma eines Hartz-IV-Empfängers

VON HARTMUT BRANDTMANN
24.03.2011 | Stand 23.03.2011, 20:13 Uhr

Herford. Egon Fank will ein Zeichen setzen. Die Fälle von Missbrauch in katholischen Internaten und die schwarze Kasse des evangelischen Kirchenkreises Herford haben ihn bewogen, aus der Kirche auszutreten. Das scheitert an den Kosten.

Zu Fanks Überraschung kostet der Austritt 30 Euro. So verlangt es das Amtsgericht, das solche Anträge entgegen nimmt. "Wir haben die Höhe des Betrages nicht festgelegt, wir setzen nur eine landesweit gültige Verordnung um", sagt Amtsgerichts-Direktor Bernd Kahre.

Pfarrer Dr. Olaf Reinmuth macht deutlich, dass die Kirche keinen Cent dieser Gebühr bekommt. Egon Fanks Problem ist ein finanzielles. Als Hartz-IV-Empfänger bekommt er monatlich 359 Euro als Zuschuss für Ernährung, Kleidung, Körperpflege und das kulturelle Leben. Sein Antrag an die Arge, jene 30 Euro zu übernehmen, hat die Leistungsabteilung abgelehnt. 30 Euro sind es auch, die Fanks Betreuerin vom Katholischen Verein für soziale Dienste ihm als wöchentliches Taschengeld zuteilt. "Mehr hat er nicht zur Verfügung, und er weiß es", sagt sie: "Vielleicht sollte er an anderer Stelle sparen, bis er 30 Euro zusammen hat."

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