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Gemixtes Bild zweier Führungsriegen: Heinrich Meier (v. l.), Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank des Minderner Landes mit Udo Napp, Vorstand Volksbank Mindener Land, Andreas Kämmerling, Vorstandssprecher der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, Oliver Ohm, Vorstand Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, Peter Scherf, Vorstand Volksbank Mindener Land, und Klaus Kemper, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford. - © Noah Matzat
Gemixtes Bild zweier Führungsriegen: Heinrich Meier (v. l.), Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank des Minderner Landes mit Udo Napp, Vorstand Volksbank Mindener Land, Andreas Kämmerling, Vorstandssprecher der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, Oliver Ohm, Vorstand Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, Peter Scherf, Vorstand Volksbank Mindener Land, und Klaus Kemper, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford. | © Noah Matzat

Herford/Bad Oeynhausen Volksbanken Bad Oeynhausen-Herford und Mindener Land stehen vor Fusion

Die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford und die Volksbank Mindener Land wollen sich zusammenschließen. Das gaben die beiden Häuser am Donnerstagmorgen bekannt.

Noah Matzat
12.12.2019 | Stand 12.12.2019, 15:55 Uhr

Bad Oeynhausen/Herford.  Es war eine kurzfristig anberaumte Pressekonferenz, die die Volksbanken Bad Oeynhausen-Herford und die des Mindener Lands gemeinsam ausrichteten. Der Plan der Verantwortlichen existiert allerdings nicht erst seit gestern, sondern hatte im Laufe der vergangenen Monate immer konkretere Formen angenommen: Die beiden Volksbanken Bad Oeynhausen-Herford und des Mindener Lands fusionieren und kommen unter einem Namen zusammen.

Dabei verschwindet Bad Oeynhausen, das nun zentral im Marktgebiet der "neuen" Bank liegt, aus dem Titel. Die Volksbank Herford-Minden decke nun den gesamten Kreis Herford und den Altkreis Minden ab, erklärt Andreas Kämmerling, Vorstandssprecher der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford. Die ersten Gespräche einer Fusion, bei der zwar beide Verwaltungszentralen in Herford und Minden bestehen bleiben, der juristische Sitz allerdings in Herford angesiedelt wird, habe es vor gut sechs Monaten gegeben. Die endgültige Zustimmung muss die Vertreterversammlung im Mai 2020 geben.

"Wir sind dadurch ein großer Player"

Dass Herford als Hauptsitz juristisch eingetragen wird, scheint beim Blick auf die Zahlen keine Überraschung. Die Anteile, die die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford mit in die Fusion einbringt, sind mit über zwei Milliarden Euro als Bilanzsumme deutlich höher als die 1,5 Milliarden der Volksbank aus Minden. Gleiches spiegelt sich auch im Kundenanlagevolum und Kundenkreditvolumen sowie der Menge an Kunden wieder.

"Wir sind gesunde, wirtschaftlich starke Häuser", sagt Kämmerling. Die Bilanzsumme von 2018 mache für das laufende Jahr einen deutlichen Sprung für die neue Volksbank Herford-Minden. "Wir gehen von ungefähr vier Milliarden Euro aus", sagt Kämmerling. Das wären über 300 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Im Grunde bleibt also zumindest bei der Verwaltung alles beim Alten. Vorstand und Aufsichtsratsvorsitz setzen sich aus den Mitgliedern der aktuellen Vorstände und Aufsichtsratsvorsitzenden zusammen. Was sich ändert, sei vor allem die Kraft, mit der man die zukünftigen Anforderungen bewältigen könne. "Wir sind dadurch ein großer Player, der einfach auch von außen schon anders wahrgenommen wird", sagt Oliver Ohm, Vorstand Volksbank Bad Oeynhausen-Herford.

Mitarbeiter müssen teilweise mit Versetzung rechnen

Udo Napp, Vorstand Volksbank Mindener Land, ergänzt: "Wir wissen heute schon, was in den nächsten Jahren durch regulatorische Anforderungen aus Frankfurt in Bezug auf Deutschland und Brüssel in Bezug auf die EU auf uns zukommt." Dem könne man besser begegnen, wenn man eine größere, kräftigere Bank sei.

Die Kräfte zu bündeln heiße allerdings nicht, Mitarbeiter zu entlassen, beziehungsweise Filialen zu zentralisieren, sagt Andreas Kämmerling. Alle der insgesamt 633 Mitarbeiter werden in die neue Gesellschaft überführt und die 51 Bankstellen, von denen 13 Selbstbedienungsautomaten sind, bleiben weiter bestehen.

Rechnungssystem macht bei Volksbanken noch Probleme

Trotzdem stehen für die Mitarbeiter Veränderungen an. Die Verantwortlichen geben zu, dass es zu "kleineren Wanderungsbewegungen" kommen könne. Unter Umständen könne sich also der Einsatzort eines Mitarbeiters ändern. "Man darf einfach die menschliche Komponente nicht vergessen. Wir haben den Mitarbeitern die rationalen Gründe für die Fusion gezeigt. Die Motivation eines 52-Jährigen noch mal in eine Weiterbildung zu gehen, um sich auf einen vielleicht etwas besser bezahlten Posten bei der neuen Bank zu bewerben, die muss erst mal geschaffen werden", sagt Kämmerling.

Ein weiteres Problem liegt bei beiden fusionierenden Banken noch in einem bereits eingeführten Rechnungssystem, dass so seine Tücken habe. Vor allem die hausinternen Prozesse seien es, die also bei dieser Fusion optimiert werden müssten. "Da haben wir zum Beispiel bei dem Rechnungssystem Nachholbedarf, aber jetzt ist da genau der richtige Zeitpunkt erreicht, das zu ändern", sagt Kämmerling.

Weitere Fusionen nicht ausgeschlossen

Schon in der Vergangenheit gab es mehrfach Überlegungen Banken zusammenzulegen. So sind sowohl die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford aus einer Fusion entstanden als auch die Volksbank Mindener Land. Vor vier Jahren war dann allerdings eine Verschmelzung der Volksbank Mindener Land mit der Volksbank Schaumburg geplatzt. Damals seien alle Vorbereitungen nicht in der tiefe getroffen worden, wie es heute der Fall sei, erklärte Peter Scherf, Vorstand Volksbank Mindener Land. "Es gab damals eine abgeschwächte Form der Argumente, wie sie heute sind", fügte er hinzu.

Dass diese Argumente zunehmen werden, da sind sich die Verantwortlichen sicher. So könne Andreas Kämmerling nicht ausschließen, dass es auch in Zukunft weitere Fusionen gäbe. "Wir müssen jetzt erst mal unsere PS auf die Straße bringen. Aber dass Volksbanken im Umkreis hellhörig werden, das kann passieren." In dem Punkt werde man sich zu jeder Zeit gesprächsbereit zeigen.

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