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Auf der Stiftbergstraße soll die Höchstgeschwindigkeit als Piktogramm auf der Fahrbahn angebracht werden. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Auf der Stiftbergstraße soll die Höchstgeschwindigkeit als Piktogramm auf der Fahrbahn angebracht werden. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Radfahrer in Gefahr: Tempo-30-Piktogramm für die Herforder Stiftbergstraße

Auf dem Stiftberg wird es mancherorts für Radfahrer eng. Das ist besonders für Schüler eine Gefahr, meint ein Anlieger-Ehepaar. Dem Wunsch nach weiteren Maßnahmen folgte der Verkehrsausschuss nicht.

Corina Lass
03.12.2019 | Stand 03.12.2019, 16:39 Uhr

Herford. Auf der Stiftbergstraße wird die Stadt im verkehrsberuhigten Abschnitt das Piktogramm "30" auf die Fahrbahn auftragen. Dem Wunsch von Anliegern nach weiteren verkehrsberuhigenden Maßnahmen folgte der Verkehrsausschuss nicht. Die Anlieger hatten sich Tempo 30 auf der gesamten Länge der Stiftbergstraße und auf der Marienstraße gewünscht. Zudem sollten Schwellen im oberen Bereich der Stiftbergstraße installiert werden, um die Autofahrer zum langsamen Fahren zu zwingen. Denn nach Beobachtung eines Ehepaares überschreiten viele Autofahrer die Geschwindigkeit. Ein Radweg endet abrupt, den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 1,5 Meter zu Radfahrern könnten Autofahrer nicht einhalten. Auf der Marienstraße würden sie zudem wegen der versetzten Parkflächen Slalom fahren - und ebenfalls Radfahrer gefährden. Denn auch dort gibt es keinen Radweg. Rund 20 Prozent der Autofahrer sind auf dem Tempo-30-Abschnitt zu schnell unterwegs Eine Messung der Stadt auf der Stiftbergstraße hat inzwischen ergeben, dass 20 Prozent der Autofahrer auf der Temp-30-Strecke schneller als 35 Kilometer die Stunde fahren. Deshalb befürworte auch die Ordnungsabteilung das Piktogramm auf der Straße, sagte Lothar Sobek, der Leiter der Ordnungsabteilung. Darüber hinaus sind Stiftberg- und Marienstraße aber sind Straßen mit übergeordneter Verkehrsbedeutung. Und auf ihnen darf Tempo 30 nach den Gesetzen nur bei besonderen Gefahrenlagen oder vor Schulen und Altenheimen ausgewiesen werden. Eine besondere Gefahrenlage liege nicht vor, das habe die Unfallauswertung der Kreispolizeibehörde ergeben, sagte Sobek. Und vor der Schule gebe es schon Tempo 30. Schwellen könnten ebenfalls nicht eingebaut werden, weil dies zur Lärmbelästigung der Anlieger führen und den Buslinienverkehr erschweren würde. Die Piktogramme sollen in beiden Fahrtrichtungen auf die Fahrbahn aufgebracht werden, sobald die Witterung das zulässt. Das wird spätestens im Frühjahr der Fall sein. Mittel- bis langfristig soll die Situation der Radfahrer verbessert werden, wenn Vorschläge der Gutachter im Radverkehrswegekonzept umgesetzt werden. Dem Bau- und Umweltausschuss liegt zudem ein Antrag der SPD, der Grünen und der Linken vor, die Stiftberg- und die Vlothoer Straße zwischen der Kreuzung Marien-/Meierstraße und der Einmündung Stuckenbergstraße zunächst probeweise als Fahrradstraße einzurichten. Das Gremium tagt am Donnerstag, 5. Dezember, ab 17 Uhr im Rathaus.

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