0
Das neue Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr soll den Busverkehr am Alter Markt, hier zur Mittagszeit, reduzieren. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Das neue Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr soll den Busverkehr am Alter Markt, hier zur Mittagszeit, reduzieren. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Busverkehrsknoten am Alten Markt könnte verlegt werden

Der ÖPNV soll verändert werden, aus diesem Grund haben Verkehrspolitiker verschiedene Möglichkeiten für Herford diskutiert. Auch eine neue Taktung der Buszeiten war im Gespräch

Corina Lass
03.12.2019 | Stand 03.12.2019, 09:12 Uhr

Herford. Die Verkehrspolitiker im Stadtrat haben gestern das neue Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beraten. Zuvor hatten die Gutachter der Machbarkeitsstudie die verschiedenen möglichen ÖPNV-Varianten vorgestellt. In der Tendenz weisen die Zeiger in der Politik auf eine Verlegung des Busverkehrsknotens vom Alten Markt zum Bahnhof hin. Wer einen ÖPNV wolle, der angenommen werde, müsse in den Service und die Taktzeiten investieren, sagte Petra Basler (SPD). Ihr Fraktionskollege, Manfred Mohning, hätte sich sofort mit der umfangreichsten Ausbau-Variante anfreunden können, wie er sagte. Sie bringt verdoppelte Bustaktzeiten für die Kunden. Mehrkosten und Mehrgewinn wolle seine Fraktion erst noch abwägen, sagte Ausschussvorsitzender Hans-Henning Warnecke (CDU). Verdoppelte Taktzeiten würden, den Gutachtern zufolge, in Verbindung mit attraktiveren Fahrpreisen deutlich mehr Fahrgäste für den ÖPNV bringen. "Das haben die Erfahrungen aus anderen Städten gezeigt." Allerdings brauchten Fahrgäste lange, bis sie sich auf Veränderungen einstellten. Der Gutachter sprach von zwei Jahren. Er warnte davor, es mit Testphasen von einem halben Jahr zu versuchen. Wie berichtet, hat die Stadt für die Zeit ab August 2020 auch ein Ticket ins Gespräch gebracht, mit dem Fahrgäste ganztägig für weniger als einen Euro fahren könnten. So soll der ÖPNV attraktiver werden. Warnecke bezweifelte, dass der Stadtrat schon am Freitag, 13. Dezember, den neuen ÖPNV beschließen wird. Bis es zu einer Umsetzung kommt, werden sowieso Jahre ins Land ziehen, weil die derzeitigen Verträge über den Busverkehr bis 2028 laufen. Nur in dem Fall, dass die Bielefelder Verkehrsbetriebe Nachbesserungsbedarf haben, könnten sie vorzeitig aufgelöst werden. Das ist allerdings gut möglich, weil sich der ÖPNV unter dem Druck des Klimawandels stark verändert. Wenn es aber soweit ist, sollten Planung und Umsetzung der nötigen Umbauten weit fortgeschritten sein. Die umfangreichste Variante (3B) sieht, wie berichtet, den Umbau der Go-Parc-Kreuzung zum Kreisverkehr vor. Ein Busknotenpunkt am Bahnhof würde, den Gutachtern zufolge, in jedem Fall (Varianten 1, 3a und 3b) Umbauten am Bahnhof erfordern. Für beides hofft die Stadt auf Fördermittel. Variante 2 mit Haltepunkten an der Rennstraße hatten die Politiker gleich eingangs der Beratung verworfen. Die Diskussion brachte viele weitere Aspekte zutage: Claudio Vendramin (Grüne) bezweifelte, dass der Kreuzungsumbau schon bei der Umstellung des ÖPNV fertig sein muss. Petra Vorndamm bat als beratendes Mitglied, an Senioren und Behinderte zu denken, die mit ihren Buslinien nicht mehr direkt zum Alten Markt kommen würden: "Wir können doch nicht alle umsteigen." Anderen ging die geplante Umstellung mit Blick auf den Klimawandel nicht schnell genug. Mehr Busse bedeute auch mehr CO2-Ausstoß, sagte ein anderer. "Wenn wir die Bustakte verdichten, müssen wir CO2 beim Autoverkehr einsparen können", sagte Martin Wolf. Thema war auch die Frage, ob sich die Umstellung des ÖPNV in Stufen machen ließe. Den Gutachtern zufolge ist das rein technisch der Fall, dem könnten aber rechtliche Rahmenbedingungen entgegen stehen.

realisiert durch evolver group