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Der Kreisverkehr musste für vier Stunden gesperrt werden. - © Elena Ahler
Der Kreisverkehr musste für vier Stunden gesperrt werden. | © Elena Ahler

Herford Unfall vor Kreisverkehr in Herford: Junge Radfahrerin von Lkw getötet

Ein Bielefelder stößt beim Abbiegen mit seinem Lkw mit der Frau zusammen. Sie stirbt noch am Unfallort. Ein Blick auf Unfälle der letzten Zeit zeigt, wie gefährdet Radfahrer im Kreis Herford sind.

Jobst Lüdeking
10.10.2019 | Stand 10.10.2019, 20:50 Uhr

Herford. Der Kreisverkehr am Westring/Ecke Diebrocker Straße: Am Donnerstagmorgen, kurz nach 9 Uhr, Ort eines tödlichen Unfalls. Eine junge Radfahrerin wurde von einem Lastwagen erfasst. Sie starb noch an der Unfallstelle. Noch ist unklar, wie es zu dem tödlichen Zusammenstoß kommen konnte. Experten des Herforder Verkehrskommissariats haben die Ermittlungen übernommen. „Wir haben darüber hinaus einen externen Gutachter eingeschaltet, der den Hergang des Unfalls rekonstruiert", erklärte Polizeisprecher Uwe Maser. Nach dem bisherigen Stand ist der Lastwagen von der Eishalle aus kommend in den Kreisverkehr eingefahren und hat ihn dann an der ersten Ausfahrt zum Westring verlassen. Nach den ersten Vermutungen war die Radfahrerin zeitgleich mit dem abbiegenden Lkw im Kreisverkehr unterwegs – möglicherweise war sie vorher parallel zum Unfallfahrzeug unterwegs. Notfallseelsorger sind vor Ort Der Unfallort war wegen der Untersuchungen über rund vier Stunden komplett gesperrt, der Verkehr wurde umgeleitet. Die Herforder Ermittler hatten unter anderem mit einer Spezialkamera das komplette Areal erfasst. Später werden die Bilder am Computer zu einem digitalen Bild des Kreisverkehrs und der Straßen zusammengefügt. Wegen der Schwere des Unfalls wurden auch Notfallseelsorger des Kirchenkreises alarmiert, die sich um die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei aber auch um den unter Schock stehenden Lastwagen-Fahrer (66) aus Bielefeld kümmerten. Die Ermittler standen zunächst auch vor einem weiteren Problem: Die Identität der junge Frau konnte über Stunden nicht sicher geklärt werden. Deshalb konnten die Angehörigen des Opfers zunächst nicht informiert werden. Die junge Frau ist das zweite Todesopfer im Kreis Herford in diesem Jahr. Unfälle der vergangenen Wochen Radfahrer sind besonders gefährdet, wie ein Blick auf die Unfälle der letzten Wochen im Kreisgebiet zeigt. 20 Prozent mehr Unfälle mit Radfahrern als im Vorjahr wurden 2018 auf den Straßen des Wittekindslandes erfasst. 210 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrern sind somit in der Vorjahresstatistik aufgeführt, ein Plus von 35. Auch die Zahl der verletzten Radfahrer sowie Pedelecfahrer ist von 165 auf 192 angestiegen. Sehr häufig werden die Radfahrer schlichtweg übersehen – mit eben den schlimmsten Folgen. So hatte erst am 1. Oktober ein Autofahrer, der von der Engerstraße auf die Heidestraße abbog, einen Radfahrer (22) gerammt. Das Opfer stürzte auf die Motorhaube. Der Unfallverursacher stieg kurz aus seinem Wagen aus, sah sich um und flüchtete dann vom Unfallort. Die Tatzeit: 7.40 Uhr. Ein Rettungswagen brachte das Unfallopfer in ein Krankenhaus. In der Nacht zum 11. August war bereits ein 41-jähriger Radfahrer auf der Lübbecker Straße schwer verletzt worden. Rettungskräfte fanden ihn bewusstlos im Graben liegend. Auch er war angefahren worden, der – inzwischen aber gefasste – Täter flüchtete. Am Dienstag, 4. August, wiederum, übersah eine Autofahrerin (30) aus Enger in Hiddenhausen auf der Bünder Straße beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer.

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