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Polizeibeamte bewachen die Synagoge in der Komturstraße in Herford. Auch an anderen Stellen werde kontrolliert. - © Elena Ahler
Polizeibeamte bewachen die Synagoge in der Komturstraße in Herford. Auch an anderen Stellen werde kontrolliert. | © Elena Ahler

Herford/Halle Weiter hohe Polizeipräsenz an Herforder Synagoge nach Anschlag in Halle

Zwei Menschen werden am Mittwoch vor einer Synagoge in Halle erschossen. Deshalb gibt es auch in Herford verstärkte Kontrollen. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde ruft auf, Ruhe zu bewahren.

Elena Ahler
09.10.2019 | Stand 10.10.2019, 09:15 Uhr

Herford/Halle. Nachdem in Halle an der Saale zwei Menschen erschossen wurden und eines der Todesopfer gegenüber einer Synagoge gefunden wurde, hat das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen veranlasst, dass ab sofort strengere Sicherheitsvorkehrungen für alle jüdischen Einrichtungen im Land gelten. Die Verdächtigen versuchten nach Informationen des Spiegel, in die nahe gelegene Synagoge einzudringen. Am 9. Oktober wird in vielen Gemeinden Jom Kippur, der höchste Festtag im Judentum, gefeiert. Hauptkommissar Andreas Vogt von der Herforder Polizei bestätigte am Mittwoch auf nw.de-Nachfrage, dass aktuell jüdische Einrichtungen auch in Herford verstärkt durch Streifen überwacht würden. Das seien Synagogen und jüdische Friedhöfe. Aus Sicherheitsgründen könne er jedoch nicht weiter ins Detail gehen und alle getroffen Schutzmaßnahmen ausführen. Unabhängig vom aktuellen Vorfall seien jüdische Synagogen generell Bereiche, die vermehrt durch Streifenpolizisten kontrolliert würden. Die Sicherheitsmaßnahmen sollen auch am Donnerstag und in den kommenden Tagen bestehen bleiben, teilte Polizeisprecher Uwe Maser am Donnerstagmorgen mit. Vom Innenministerium gebe es keine anders lautenden Vorgaben. "Wir haben aber auch grundsätzlich einen ganz engen Kontakt zur jüdischen Gemeinde", sagte Maser. Sicherheitsmaßnahmen seien rapide nach oben geschraubt worden Laut Matitjahu Kellig, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, seien die Sicherheitsmaßnahmen nach den Vorfällen in Halle rapide nach oben geschraubt worden. Aktuell stehen bewaffnete Polizeibeamte vor der Synagoge in der Komturstraße. Der Vorstandsvorsitzende stehe im ständigen Austausch mit der Polizei. Die Sicherheit der Gemeindemitglieder und auch seine eigene sei gewährleistet. "Es ist wirklich alles hervorragend organisiert, auch die staatlichen Maßnahmen. Ganz wichtig ist, dass die Gemeindemitglieder Ruhe bewahren", sagt er. Drohungen oder ähnliches gegen die Synagoge habe es in der vergangenen Zeit nicht gegeben. Aktuelle Informationen zu den Ereignissen in Halle (Saale) finden Sie hier: Schießerei in Halle mit zwei Toten - Sicherheitsvorkehrungen in NRW

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