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Nach dem Umzug nehmen die Fahnen- und Standartenträger Aufstellung vor dem Rathaus. - © Sebastian Beeg
Nach dem Umzug nehmen die Fahnen- und Standartenträger Aufstellung vor dem Rathaus. | © Sebastian Beeg

Herford Westfälische Schützen zu Gast in Herford

70. Westfälischer Schützentag: Etwa 3.500 Schützen machen die Hansestadt am Samstag zur Schützenhochburg. Rund 200 Vereine ziehen von der Hammersmith-Kaserne zum Rathausplatz

Sebastian Beeg
06.10.2019 | Stand 06.10.2019, 18:03 Uhr |

Farbenfroh ging es zu auf dem Rathausplatz am Samstagnachmittag. Zwar war die vorherrschende Farbe Grün, mittendrin gab es aber weiße, rote und graue Sprenkler. Am 70. Westfälischen Schützentag war die Hansestadt ganz in der Hand der Schützen. Von Münster bis Hagen, von Bochum bis Minden - rund 3.500 Schützen waren an die Werre gekommen. Sie repräsentierten 200 Vereine. Dazu kamen gut 15 Musikkapellen. "Überwältigend", kommentierte Uwe Thies, Oberst der ausrichtenden Herforder Schützengesellschaft, die Resonanz. Die Veranstalter schoben die rege Beteiligung vor allem auf das gute Wetter. Denn am Samstag blieb es trocken, hin und wieder zeigte sich sogar die Sonne. Großer Zapfenstreich musste in Markthalle verlegt werden Das sah tags zuvor noch anders aus. Am Freitagabend wollten die Schützen auf dem Rathausplatz eigentlich einen Großen Zapfenstreich veranstalten. Dauerregen, der sich in den Abendstunden verstärkte, machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Kurzerhand wurde improvisiert. Die Schützen verlegten den Zapfenstreich spontan in die Markthalle. Dem Lipperland Orchester Alverdissen und dem Spielmannszug Lübbecker Straße-Hahlen blieben nur wenig Zeit, sich auf die veränderte Akustik einzustellen. Und trotz der beengten Verhältnisse zwischen den Verkaufsständen in der Markthalle "hat dann doch zum Glück alles gut geklappt", sagte Heinz Richter, Präsident der Schützengesellschaft zu Herford von 1832. Am Samstag hatte sich der Regen dann verzogen. Und dort, wo normalerweise Symphonien erklingen, erklangen nun Marschmusik und Polka. Im Rahmen eines Festakts ehrte der Westfälische Schützenbund (WSB) im Schützenhof besonders verdiente Mitglieder. So wurde Arne Hollensteiner vom WTC Bad Salzuflen mit einer Ehrengabe bedacht. Der 17-jährige hatte bei den Skeet-Europameisterschaften im italienischen Lonato mit dem Deutschen Juniorenteam im September die Silbermedaille errungen. Scheck in Höhe von 35.000 Euro übergeben Zudem startete der WSB im vergangenen Jahr eine Typisierungskampagne für die DKMS, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Ein ganzes Jahr legten sich die Schützen auf mehr als 50 Veranstaltungen ins Zeug. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Insgesamt ließen sich etwa 1.600 Menschen typisieren. Zudem übergaben die Schützen der DKMS einen Spendenscheck über 35.000 Euro. Jungschütze Steffen Fecke von der St. Heinrich Schützenbruderschaft Sudhagen half bei dieser Kampagne tatkräftig mit, organisierte alleine an seiner Schule Typisierungsaktionen an drei aufeinanderfolgenden Tagen, bei denen sich 600 Menschen testen ließen. Dafür erhielt der 18-Jährige die Präsidentenplakette in Silber von WSB-Präsident Hans-Dieter Rehberg, zwölf weitere Jungschützen wurden ebenfalls ausgezeichnet. "Auf dem Dorf ist der Schützenverein die Instanz, die etwas organisiert. Man kann etwas für die Gemeinschaft erreichen", erklärt Fecke seine Faszination für das Schützenwesen. Zeitgleich zum Festakt und dem anschließenden Delegiertentag wurden im Schießstand auf der gegenüberliegenden Straßenseite die neuen Majestäten ausgeschossen. Die Würde des neuen Landeskönigs errang dabei Dirk Remiorz aus Bochum. Beim Landeskinderkönigsschießen hätte es fast eine Herforderin auf den Thron geschafft. Klara Hooge von der Herforder Schützengesellschaft verpasste den ersten Platz um nur 0,4 Punkte. Danach folgte der Umzug mit klingendem Spiel von der Hammersmith-Kaserne bis zum Rathausplatz, wo die Schützen dann bei Livemusik weiterfeierten, ehe der Westfälische Schützentag beim "Grünen Abend" im Schützenhof dann ausklang.

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