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Auf dem Hoeker-Fest 2018 auf dem Neuen Markt war noch alles in Ordnung. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Auf dem Hoeker-Fest 2018 auf dem Neuen Markt war noch alles in Ordnung. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Kein neuer Vorsitzender: Die Kliffkieker lösen ihren Shanty-Chor auf

Der Herforder Shanty-Chor "Die Kliffklieker" haben sich aufgelöst. Nach dem Rückzug ihres Frontmanns Thomas Wöhler fand sich niemand, der den obersten Posten übernehmen wollte.

Ralf Bittner
11.09.2019 | Stand 11.09.2019, 16:59 Uhr

Herford. Vor großen Publikum – beim Frühjahrskonzert der Kliffkieker im Stadttheater – hatte der Vereinsvorsitzende Thomas Wöhler im Mai seinen Rücktritt erklärt. Bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend, fand sich offensichtlich kein neuer Vorsitzender, so dass der Verein seine Auflösung beschlossen haben soll. Das bestätigte Peter Zutter vom Verein. „Wir hätten gerne weitergemacht auch in der rockigen Richtung, aber es fand sich einfach kein neuer Vorstand und dann muss man sich als Verein halt auflösen", sagte er auf Nachfrage der NW. Wöhler bestätigte, dass er schon im Frühjahr seinen Rücktritt als Vorsitzender und den Austritt aus dem Verein erklärt und die „Verantwortung in andere Hände" gelegt habe und war bei der Versammlung nicht mehr anwesend. Noch vor zwei Jahren hatte der Chor im Mai einen 20. Geburtstag im so gut wie ausverkauften Theater gefeiert. Der Gründer Klaus Lengwenings drückte gegenüber nw.de sein Bedauern aus, ebenso Bruno Obens, der sich in den vergangenen Monaten um die PR und die Sponsorengewinnung der Kliffkieker gekümmert hatte. Obens sprach von internen Querelen Er habe kurz vor dem Auftritt der Kliffkieker Ende Juni auf dem Hoekerfest einen Anruf von Thomas Wöhler bekommen, der ihm sagte, dass der Auftritt beim Hoekerfest sein letztes Konzert mit den Kliffkiekern sei. So kam es dann auch; Wöhler zog es in Richtung Kiel, wo er sich um die Ausbildung von Seglern kümmert. Ohne den Sänger und Frontman fehlte den Kliffkiekern fortan der entscheidende Impulsgeber.Obens sprach von „internen Querelen" innerhalb des Chores, will aber „keine schmutzige Wäsche" waschen. Er selbst sei vor rund drei Wochen von seinem Amt zurückgetreten. Davon will Zutter aber nichts wissen: „Wir hätten gerne in bewährter Form weitergemacht. Aber letztlich ist so ein Chor ein Hobby, und wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht." Die Mannschaftsstärke hatte sich mehr als verdreifacht Bei der Gründung des Chores waren es 14 Sänger, die vom Chorleiter Lengwenings mit dem Akkordeon begleitet den Sprung in ihre Eigenständigkeit wagten. In den ersten Jahren unterhielten die Sänger im kleinen Rahmen anlässlich Geburtstagen und Familienfesten die Gäste mit bekannten Seemannsliedern. Im Laufe der Jahre hatte sich die Mannschaftsstärke mehr als verdreifacht und wird von einer vielköpfigen Sailorband begleitet. Aus den kleinen Festen wurden mehrfach ausverkaufte Veranstaltungen. Auch das Repertoire veränderte sich stetig. Der „etwas andere Shantychor" im Piratenlook bot seinem Publikum bekannte Stücke unter anderem von den Ärzten, Unheilig, Santiano, Klaus Lage oder Udo Lindenberg im rockig-poppigen Outfit.

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