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Abtransport: Der Schlamm aus dem Klärwerk in Herford wird seit Jahren zu einem Kraftwerk gefahren und verbrannt. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Abtransport: Der Schlamm aus dem Klärwerk in Herford wird seit Jahren zu einem Kraftwerk gefahren und verbrannt. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Herforder Klärschlamm soll von Westfalen Weser Energie verbrannt werden

Der kommunale Energiedienstleister hat ein Konzept entwickelt, das die Phosphorrückgewinnung einschließt. Der Rat entscheidet am 20. September.

Frank-Michael Kiel-Steinkamp
12.09.2019 | Stand 12.09.2019, 14:28 Uhr

Herford. Für die Kommunen wird es zunehmend schwieriger, ihre mit vielfältigen Schadstoffen und Mikroplastik belasteten Klärschlämme zu entsorgen. Die von Herford schon seit Jahren nicht mehr praktizierte Ausbringung als Dünger in der Landwirtschaft wird immer mehr eingeschränkt, die Verbrennung in Kohlkraftwerken findet ihre Grenzen, wenn deren Betrieb eingestellt wird. Wenn in Herford in einem Jahr mit einer vierten Klärstufe auch Medikamente aus den menschlichen Hinterlassenschaften herausgeholt werden, werden auch sie im Klärschlamm zurückbleiben. Nach einer Vorgabe des Bundes muss die Stadt wie auch andere Kommunen ab 50.000 Einwohnern ab 2032 auch sicherstellen, dass der im Klärschlamm enthaltene Phosphor aus der Asche zurück gewonnen wird, um ihn als wertvollen Rohstoff wieder zu Düngemitteln verarbeiten zu können. Das funktioniert nur nach einer reinen Klärschlamm-Verbrennung. Seit einiger Zeit arbeitet der Herforder Abwasserbetrieb zusammen mit Fachleuten anderer Kommunen an einer Lösung. Das Energie Unternehmen Westfalen Weser Energie (WWE), an dem auch die Stadt Herford mit fast 20 Prozent beteiligt ist, will nun seinen kommunalen Anteilseignern aus Ostwestfalen und Niedersachsen diese Sorge für die nächsten Jahrzehnte abnehmen. Im April stellte WWE mit dem von Gesellschaftern angeregten Projekt "Phosphor for Future" eine Lösung vor. Man will zusammen mit einem Partnerunternehmen eine Monoverbrennungsanlage mit angeschlossener nasschemischer Phosphorrückgewinnung bauen. Der Partner wird derzeit in einer europaweiten Ausschreibung gesucht. Ebenso sucht man einen geeigneten Standort, der auch außerhalb der Region liegen kann. Unterstützer des Projektes ist unter anderen der Herforder Bürgermeister Tim Kähler. So ist es folgerichtig, dass die Herforder Verwaltung dem am 20. September tagenden Rat empfiehlt, dieses Angebot der Klärschlammentsorgung zu nutzen. WWE umwirbt auch die anderen in Frage kommenden Kommunen, den Service in Anspruch zu nehmen.

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