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Gegen Krieg: Friedel Böhse (DGB) mahnt zur Wachsamkeit gegen Rechts. Andere Redner setzen andere Schwerpunkte. - © Ralf Bittner
Gegen Krieg: Friedel Böhse (DGB) mahnt zur Wachsamkeit gegen Rechts. Andere Redner setzen andere Schwerpunkte. | © Ralf Bittner

Herford Antikriegstag in Herford: Aktivisten fordern von Bundesregierung Abrüstung

Antikriegstag: So viele Kriegsgegner wie lange nicht versammeln sich am Jahrestag des Angriffs der Hitler-Deutschen auf Polen. 80 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs scheint ihnen der innere und äußere Frieden bedroht wie seit den 80er Jahren nicht mehr.

Ralf Bittner
02.09.2019 | Stand 02.09.2019, 14:32 Uhr

Herford. „Vor gut zehn Jahren haben wir am Antikriegstag erstmals eine Mahnwache für den Frieden initiiert", sagt Maria Hettenkofer von den „Ärzten gegen den Atomtod (IPPNW) Herford: „Am Anfang waren wir nur eine Hand voll Leute." Am Sonntag waren es wohl um die 100 Menschen, die sich für Frieden und Abrüstung, gegen Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft zu Wort meldeten. Rolf Reinert von der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK) versuchte mit Beispielen die ungeheure Zahl von Toten, die der Zweite Weltkrieg gebracht hatte, zu verdeutlichen, und fragte, ob die Alliierten den Krieg durch eine andere strategische Ausrichtung wie die gezielte Zerstörung von Infrastruktur oder Industrie hätten deutlich verkürzen können. Gefahr von rechtem Gedankengut wächst Friedel Böhse schlug für den mitveranstaltenden Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Herford ebenfalls den Bogen von der Historie in die Gegenwart. Er sieht die „Ansteckungsgefahren für antidemokratisches, rechtsnationales Gedankengut wachsen". Angesichts unter Beifall marschierender Nazihorden und dem Erstarken von Parteien, für die Millionen Ermordeter nur ein „Vogelschiss" sind, seien Demokraten mehr denn je gefordert, sich gegen Gewalt, Fremdenhass, Hetz und Nazi-Parolen zu stellen. Aus der historischen Verantwortung, folgt für ihn „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!" Vor dem Hintergrund von mehr als 30 aktuellen bewaffneten Konflikten forderte er, sich für Ausgleich einzusetzen statt mit Waffenlieferungen Konflikte zu befeuern und zu verlängern. Wie Hettenkofer (IPPNW) forderte er von der Bundesregierung die Unterzeichnung des UN-Vertrags über ein Atomwaffenverbot und den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel. Bundeswehr ist für hohe CO2-Emissionen verantwortlich Barbara Rodi von der Friedensfördernden Energiegenossenschaft erinnerte daran, dass Kriege oft um Ressourcen wie Öl geführt werden und wies darauf hin, dass Armeen schon in Friedenszeiten gewaltigen Anteil an Klima- und Naturzerstörung haben. So erzeuge die Bundeswehr 5,6 Prozent der Gesamt-CO2-Emissionen in Deutschland. „Eine dezentrale Energieversorgung ist also in vielerlei Hinsicht ein Beitrag zum Frieden", sagte sie. Außerdem berichtete Friedensaktivist Gerd Büntzly von seinen Aktivitäten. Und ein Sprecher des Sozialen Zentrums warnte angesichts des historischen Datums vor den Gefahren des Rechtsrucks und der damit verbundenen Militarisierung der Gesellschaft; sie zeige sich unter anderem in der „mörderisch-militärischen Sicherung" der EU-Außengrenzen. Die Veranstaltung umrahmte Helge Hindemith mit Gedichten, der Gewerkschaftschor trug Lieder vor.

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