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Als „Personen mit Zuwanderungsgeschichte" wurden landesweit rund 900.000 von 2,44 Millionen Schülerinnen und Schülern gezählt. - © Symbolbild Pixabay
Als „Personen mit Zuwanderungsgeschichte" wurden landesweit rund 900.000 von 2,44 Millionen Schülerinnen und Schülern gezählt. | © Symbolbild Pixabay

Kreis Herford/Düsseldorf Mehr Migranten im Kreis Herford machen Abitur als im Jahr zuvor

Mehr als ein Drittel der Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Kreis haben eine Zuwanderungsgeschichte. In einer Schulform hat sich die Quote praktisch verdoppelt.

Eike J. Horstmann
17.08.2019 | Stand 17.08.2019, 14:36 Uhr

Kreis Herford/Düsseldorf. 14.560 und damit mehr als ein Drittel (38,9 Prozent) der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Kreis Herford hatten im vergangenen Schuljahr eine Zuwanderungsgeschichte. Dies waren 1,7 Prozent mehr als noch im Schuljahr 2017/18 (37,2 Prozent). Mit diesen Werten liegt der Kreis Herford laut einer Mitteilung von Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt im Mittelfeld von NRW. Für ihre Berechnungen erfassten die Statistiker Schüler, die im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert sind sowie Schüler, von denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren ist. Ebenfalls in die Statistik flossen Schüler aus Familien ein, deren Verkehrssprache nicht Deutsch ist. Duisburg und Gelsenkirchen auf den ersten Plätzen Als „Personen mit Zuwanderungsgeschichte" in der NRW-Schulstatistik wurden somit landesweit – abzüglich der freien Waldorfschulen und Weiterbildungskollegs – rund 900.000 von 2,44 Millionen Schülerinnen und Schüler gezählt (36,9 Prozent), was im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls einen Zuwachs von 1,6 Prozent bedeutet. Die Städte Duisburg (53,2 Prozent) und Gelsenkirchen (53,1 Prozent) hatten landesweit die höchsten Anteile, die niedrigsten Quoten wurden im Kreis Borken an der niederländischen Grenze (19,7 Prozent) sowie im mün- sterländischen Coesfeld (16,0 Prozent) erhoben. Auch im Regierungsbezirk Detmold liegt der Kreis Herford mit 38,9 Prozent im Mittelfeld. Spitzenreiter in Ostwestfalen-Lippe ist die Stadt Bielefeld mit 47,6 Prozent (2017/18: 46,2 Prozent), die niedrigsten Zahlen stammen aus dem Kreis Höxter, wo mit 24,2 Prozent lediglich knapp ein Viertel der Schüler (2017/18: 23,5 Prozent) eine Zuwanderungsgeschichte hatte. Deutliche Unterschiede in den einzelnen Schulformen Während sich die Quoten mitunter deutlich unterscheiden, haben die Zahlen zumindest in einem Punkt nahezu überall eine Gemeinsamkeit: Obwohl die Gesamtzahl der Schüler recht konstant ist, sind durchschnittlich mehr Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund vertreten. Landesweit lag die Quote noch vor drei Jahren bei 30,6 Prozent, im Kreis Herford bei 30,9. Diese verteilen sich jedoch mit deutlichen Unterschieden auf die jeweiligen Schulformen. Von knapp der Hälfte auf 76,2 Prozent stieg beispielsweise die Zahl der Schüler auf Hauptschulen im Kreis. Die Schulform selbst ist mit lediglich 115 Schülern indes die mit Abstand kleinste. Einen ebenfalls signifikanten Anstieg der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte gab es an den Gymnasien. Während 2015/16 von 7.200 Schülern 1.500 und damit knapp ein Fünftel ausländische Wurzeln hatten, traf dies im vergangenen Schuljahr auf mehr als jeden vierten zu (1.950 von 6.840 beziehungsweise 28,4 Prozent). Quantitativ den höchsten Anstieg gab es indes auf den beruflichen Schulen, also den Berufskollegs. Vor drei Jahren hatten 1.268 und damit 13,4 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund, in der aktuellen Erhebung waren es mit 2.509 praktisch doppelt so viele und somit 27,9 Prozent.

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