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Künstlerisch gestaltet: Das WWS-Gebäude an der Magdeburger Straße. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Künstlerisch gestaltet: Das WWS-Gebäude an der Magdeburger Straße. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Wie die Herforder Wohnungsgesellschaft das Klima schützt

Vor zehn Jahren hat die WWS die "AgendaHerfordWohnen" gestartet. Der Klimaschutz hat seitdem an Bedeutung gewonnen. Das ist aber nicht die einzige Veränderung der vergangenen Jahre.

David Knapp
13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 20:25 Uhr

Herford. In der Nordstadt hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Das von der Künstlerin Petra Breuer gestaltete Fassadenkonzept im Stile des spanischen Malers Joan Miró ist die vielleicht auffälligste Veränderung durch die Wohn- und Wirtschaftsservice Herford GmbH (WWS). Doch die vollzogenen Neuerungen sind nicht nur optischer Natur: Gebäudesanierungen, solarer Mieterstrom und die Sicherung von sozialem Wohnraum sind einige von mehreren Punkten, die bei der WWS neben der Wirtschaftlichkeit Priorität haben. Zudem wird die "Agenda Herford Wohnen" zehn Jahre alt. Grund genug für eine aktuelle Bestandsaufnahme. Klimaschutz "Das Thema Wohnen ist nicht unerheblich an den Ausstoß von Emissionen geknüpft", sagt WWS-Geschäftsführer Magnus Kasner. Das betrifft zum einen Neubauten. Denn gerade der Bausektor ist energieintensiv und setzt viel Kohlenstoffdioxid frei. Deshalb müsse bereits in der Bauplanung an den Klimaschutz gedacht werden. Die neu errichtete Kindertagesstätte an der Eichenstraße sei beispielsweise als Holzrahmenkonstruktion errichtet. Das Holz gilt, so lange es verbaut ist, als natürlicher CO2-Speicher. Zum anderen könnten beim bisherigen Wohnungsbestand durch energetische Sanierungen Ressourcen eingespart werden. Mit einem Immobilienbestand von mehr als 3.700 Wohnungen im Geschäftsjahr 2018 ist die WWS ein "erheblicher Hebel", wie Kasner angesichts des ausgerufenen Herforder Klimanotstands anmerkt. Durch entsprechende Dämmungen, solare Mieterstromprojekte wie in der Nordstadt und einen Bestand von rund 2.000 Bäumen und mehreren Wildblühflächen könne die WWS einen Beitrag in diesem Bereich leisten. Gleichzeitig möchte Kasner ab 2020 einen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen "als Nachweis gegenüber der Stadt als Anteilseigner". Sozialer Wohnungsbau Laut aktuellem Geschäftsbericht befinden sich in Herford 2.782 Sozialwohnungen. Die WWS stellt davon 1.380 Wohnungen, was demnach in etwa der Hälfte an geförderten Wohnungen entspricht. Durch die hoch "investive Phase" in den Jahren ab 2009 mit dem Start der "Agenda Herford Wohnen", die mittlerweile abgeschlossen ist, sei es gelungen, die Mieter-Fluktuation und den Leerstand sukzessive zu senken. Standen 2017 noch 89 Wohnungen leer, waren es 2018 noch 54, was einem Leerstand von 1,4 Prozent entspricht. Im Jahr 2009 waren es noch 7,9 Prozent. "Damit haben wir eine Stabilisierung des Quartiers erreicht." Mietmarkt in Herford Während in den Großstädten deutschlandweit und ebenso in NRW die Diskussionen über angemessene Mieten und mangelnden Wohnraum anhalten, sieht Kasner in Herford einen "relativ entspannten Mietwohnungsmarkt", auch wenn einzelne Nachfragesituationen nicht immer abgedeckt werden könnten. Er sieht aber auch in Herford "Marktbegleiter, die ihre soziale Verantwortung gegenüber den Mietern nicht so wahrnehmen", wie es die WWS täte. Gemeint sind private Wohnungsunternehmen. Interne Mieterbefragung Einer internen Mieterbefragung zufolge sind die Mieter der WWS zum Großteil mit ihren Wohnungen zufrieden. Auch der Kundenservice wird überwiegend positiv bewertet. Allerdings kritisieren viele Mieter die Sauberkeit in ihrem Haus und dem unmittelbaren Umfeld. Fast 34 Prozent bewerten die Qualität der Treppenhausreinigung negativ. Außerdem sind viele mit der Beleuchtung vor den Häusern und der entsprechenden Zuwegung unzufrieden, wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht. Magnus Kasner zufolge soll der Kritik nun mit einem Maßnahmepaket begegnet werden: "Da haben wir noch Hausaufgaben, die wir erledigen müssen."

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