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Verschmutzt: Auf der Grünfläche vor dem Kreisel liegen mehrere Kothaufen. Laut dem Anwohner ziehen sie Ratten an. - © Ilja Regier
Verschmutzt: Auf der Grünfläche vor dem Kreisel liegen mehrere Kothaufen. Laut dem Anwohner ziehen sie Ratten an. | © Ilja Regier

Herford Häufchen vor der Haustür: Ein Hiddenhauser hat ein Problem mit Hundekot

Klaus Kastrup beschwert sich über Hundebesitzer, die den Kot ihrer Tiere vor seinem Grundstück nicht wegräumen. Deshalb kann ihm keine Behörde helfen. Wie sieht die Situation in der Stadt aus?

Ilja Regier
13.08.2019 | Stand 14.08.2019, 14:43 Uhr

Herford/Hiddenhausen. Vor der Haustür von Klaus Kastrup verrichten Hunde regelmäßig ihr Geschäft. Die Besitzer der Vierbeiner sammeln die Fäkalien jedoch nicht auf. Sie lassen sie im Gras liegen. Mehr als zwanzig Häufchen verteilen sich dort. Das ärgert Kastrup. Noch mehr regt ihn auf, dass keine Behörde für das Problem zuständig sein will. Erst hat er den Kot selbst beseitigt. Inzwischen lässt der 79-Jährige ihn einfach liegen. Dadurch verbreiten sich Fliegen, Ratten und Gestank, meint der Rentner. Kastrup macht sauer, dass die Hundebesitzer kein Verständnis zeigen, sobald er sie auf die Verschmutzung hinweist. Dann kämen dumme Kommentare: Ob er nichts Besseres zu tun habe und ein Tierhasser sei? Längst hat der 79-Jährige das Ordnungsamt Herford und Hiddenhausen kontaktiert. Er wohnt an der Hiddenhausener Birkenstraße, die beschmutzten Flächen befinden sich paar Schritte weiter an der Herforder Engerstraße am Kreisel. Beide Ämter können Kastrup nicht helfen, da sie nicht für die Pflege dieser Grünstreifen zuständig seien. Diesen Abschnitt betreut Straßen NRW. "Wir können nicht helfen" Eine Beschwerde zu Hundekot hat Volker Poppensieker vom Landesbetrieb Straßen NRW bislang noch nie erreicht. „Wir können nicht helfen", sagt Poppensieker. Insgesamt falle ihm auf, dass die Ansprüche der Anlieger an den Landesbetrieb immer höher werden. Straßen NRW sei hauptsächlich für die Verkehrssicherheit zuständig und könne die verdreckte Fläche deswegen nicht regelmäßig kontrollieren. „Die Verschmutzung ist nicht schön, hat aber auch keine Folgen für den Verkehr", fasst Poppensieker zusammen. Dabei drohen Hundehaltern in Herford saftige Strafen. Der Bußgeldkatalog der Stadt sieht 100 Euro vor, wenn Besitzer den Kot ihrer Tiere nicht beseitigen. Das wirkt zunächst abschreckend, in der Realität werden solche Strafen kaum ausgesprochen, wie Lothar Sobek, Leiter der städtischen Abteilung für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung bestätigt. In diesem Jahr hat die Behörde bislang keine Bußgelder gegen Hundekot eingefordert. Laut Sobek sei es schwierig, die Hunde und ihre Besitzer zu überführen. „Wenn die Kollegen der City-Wache unterwegs sind, nutzen die Halter meist den Kotbeutel oder ein Papiertuch", bemerkt Lobek. Inzwischen sei die Innenstadt jedoch etwas sauberer geworden, nachdem die Stadt Flyer an die Hundehalter verteilt habe. Anders sieht das am Lübbertorwall aus. Dort lassen die Halter die Hinterlassenschaften ihrer Hunde regelmäßig liegen. Pflicht für Kotbeutel? „Dog-Stations" sollen Abhilfe schaffen, sieben gibt es davon in Herford. Hierbei handelt es sich um Abfallbehälter mit integrierten Tütenspendern. Wesentlich mehr mit 57 Stationen hat die Gemeinde Hiddenhausen installiert. 2017 überlegte Herfords Rat gar, eine Pflicht für Kotbeutel einzuführen. Der Vorschlag erhielt jedoch keine Mehrheit. Was den Fall von Klaus Kastrup angeht, ist für ihn zunächst keine Lösung für sein Problem in Sicht. Stefanie Engbrocks vom Hiddenhausener Amt für Umwelt teilt jedoch mit, dass in der Birkenstraße voraussichtlich eine Station für Hundekotbeutel aufgestellt werden soll. Bislang steht dort keine. Ob das hilft?

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