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Rückansicht: Derzeit herrscht Stillstand auf dem Gelände an der Salzufler Straße. - © Peter Steinert
Rückansicht: Derzeit herrscht Stillstand auf dem Gelände an der Salzufler Straße. | © Peter Steinert

Herford Stillstand beim Obi-Baumarkt in Herford? Bauherr vermeidet Bekenntnis

Fronten zwischen Bauherr und Stadt Herford in Bezug Ausbau-Dauer der Salzufler Straße bleiben verhärtet.

Peter Steinert
05.08.2019 | Stand 04.08.2019, 15:56 Uhr

Das Fundament ist gegossen, die Stützpfeiler für die Dachkonstruktion stehen. Im hinteren Bereich sind zwei Seitenwände in Plattenbauweise montiert worden. Außer einem leicht im Wind schwankenden Bauzaun bewegt sich nichts mehr auf der Baustelle für den Obi-Markt an der Salzufler Straße. Der Bau- und Heimwerkermarkt mit dem markanten orangefarbenen Logo hätte auf dem ehemaligen Gelände von Opel-Corsmann im Frühjahr 2020 eröffnen können. Jetzt hoffen die Verantwortlichen bei der als Bauherr auftretenden Schoofs-Gruppe (Kevelaer) auf das Frühjahr 2021. Fertigstellungstermin ist nicht gefährdet Doch selbst das kann die Stadt Herford nicht garantieren, die derzeit die 2,1 Kilometer lange Strecke zwischen Bergertor und der Stadtgrenze erneuern lässt (die NW berichtete). Stadt und Baufirma Strabag gehen davon aus, dass der Termin nicht gefährdet ist. Wie hart der Winter wird und ob es zu witterungsbedingten Baupausen kommt, können sie nicht wissen. Zuletzt hatte Unternehmenschef Josef Schoofs ein „Aus" für diesen Standort angedeutet. Auf NW-Nachfrage vermeidet auch Schoofs-Prokurist Kosmas Thämmig ein klares Bekenntnis zu Herford. „Wenn wir nicht spätestens im Frühjahr 2021 eröffnen, dann müssen wir mit Obi neu verhandeln", sagt Thämmig und bekräftigt die Kritik am zögerlichen Ausbau der Salzufler Straße sowie am aus seiner Sicht mangelnden Entgegenkommen seitens der Stadt. Die Schoofs-Gruppe macht Druck Wobei zwischen der Kritik stets die Millionen-Finanzierung durchschimmert. Die Schoofs-Gruppe hat das Gelände gekauft, den Altbau abreißen lassen und mit dem Neubau begonnen. Eine Refinanzierung dürfte sich erst dann rechnen, wenn das Bau- und Garten-Center von Obi eröffnen kann. Wobei das Haus für die Kundschaft erreichbar sein muss. Was sich bei einer gesperrten Straße ausschließt. Deshalb macht die Schoofs-Gruppe Druck. Druck etwa, indem Josef Schoofs den Weiterbau in Frage stellt. „Wir halten es für widersinnig, den Prozess der Planung, Abstimmung und Ausführung zu dem jetzigen Zeitpunkt wieder aufzunehmen", schreibt der Unternehmens-Boss dem Herforder Ratsherrn Heinz-Günther Scheffer auf eine Anfrage. Dabei wäre die Schoofs-Gruppe in der Lage, den Bau schlüsselfertig innerhalb der nächsten sechs Monate hochzuziehen und abzuschließen. „Das wäre zwar extrem sportlich, aber das würden wir hinkriegen", sagt Kosmas Thämmig, der die Baustelle vorerst still gelegt hat. „Bevor wir keine Planungssicherheit haben, machen wir nicht weiter." Obi habe nach wie vor an Herford Interesse. Der Prokurist vermag jedoch nicht zu deuten, wie lange sich die Betreiber des Bau- und Gartencenters hinhalten lassen. „Sollte es wirklich einen Fertigstellungstermin nach dem 1. Quartal 2021 geben, dann müssen wir mit Obi überlegen, wie damit umzugehen ist", sagt Thämmig. Eröffnung grundsätzlich nur im Frühjahr Weil Baumärkte wie Obi grundsätzlich nur im Frühjahr ihre neuen Niederlassungen eröffnen, habe es schon vorher Gespräche bezüglich einer Verschiebung gegeben. „In anderen Städten funktioniert das doch auch. Nur in Herford nicht. Zwischen Vermieter und Mieter haben wir uns mehrfach kopfschüttelnd abgestimmt", sagt der Schoofs-Vertraute. " Um sogleich die Kritik wieder aufzunehmen. „Wir werfen der Stadt vor, dass unserem Engagement keine Rechnung getragen wird. Man hat uns immer nur gesagt, was nicht geht. Man hat uns keine Perspektiven vorgegeben", klagt Kosmas Thämmig und erneuert seinen Vorschlag, wonach eine Vollsperrung der Salzufler Straße unnötig sei: „Wenn Vorgärten mit einbezogen würden, dann könnte die Straße einspurig befahrbar bleiben und der Obi-Markt wäre frühzeitiger erreichbar." Genau aber das hatte Herfords Ordnungsamtsleiter Lothar Sobek in einem Gespräch mit der NW vor wenigen Tagen bestritten: „Selbst wenn wir das machen würden, dann wäre entweder genügend Platz für eine Fahrbahn oder einen Bürgersteig. Beides geht nicht. Es ist ohnehin nicht gewährleistet, dass so eine Baustelle dann schneller fertig wird. Teurer wird sie dadurch auf jeden Fall."

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