0
Innovativ: Mit einem ausziehbaren Mehrweghalm könnte die Plastik-Flut eingedämmt werden. Im Herforder Beachclub - hier mit Diemo Niemann (v. l. ) von der "Save Nemo Foundation", sowie den Beachclub-Betreibern Frank und Ramona Berghaus, ist ein Anfang gemacht. - © Peter Steinert
Innovativ: Mit einem ausziehbaren Mehrweghalm könnte die Plastik-Flut eingedämmt werden. Im Herforder Beachclub - hier mit Diemo Niemann (v. l. ) von der "Save Nemo Foundation", sowie den Beachclub-Betreibern Frank und Ramona Berghaus, ist ein Anfang gemacht. | © Peter Steinert

Herford Herforder Beachclub bietet echte Alternative zum Plastik-Strohhalm

Ein Teleskop-Halm aus Metall ersetzt im Sinn der Nachhaltigkeit die herkömmliche Trinkhilfe. Welche Rolle Cola-Dosen dabei spielen.

Peter Steinert
22.07.2019 | Stand 21.07.2019, 15:05 Uhr

Herford. Plastik-Halme über Plastik-Halme – 36 Milliarden werden in der EU jährlich verbraucht. „Der Alte Markt könnte platzfüllend und mit einer Höhe von 70 Metern damit geflutet werden", so die Rechnung von Diemo Niemann. Der Herforder tritt den Kampf gegen den Plastik-Müll an und ließ einen ausziehbaren Teleskop-Halm entwickeln. Der ist wiederverwertbar und aus alten Cola-Dosen recycelt worden. Im Beachclub an der Werrestraße feierte die Innovation jetzt Premiere. Neonfarbene Plastik-Halme sind gut sichtbar postiert Es soll Genießer geben, die setzen ihren aus Wodka, braunem Rohrzucker, einer Limette und Crushed Ice bestehenden Caipirinha nicht einfach an den Mund und schlürfen den Cocktail-Klassiker aus dem Glas. Sie saugen zunächst den Bodensatz mit den gesunkenen Rohzucker-Kristallen. Natürlich mit einem der neonfarbenen Plastik-Halme, die an der Bar des Beachclubs gut sichtbar postiert sind. „Ein totaler Verzicht auf Plastik ist noch nicht möglich", sagt Wirtin Ramona Berghaus, die mit dem Thema Plastik kritisch umgeht. Die Pommes-Gabeln sind aus Holz, Plastik-Besteck ist ganz verschwunden. Die Bratwurst gibts im Brötchen. Altfette werden zu Bio-Diesel verarbeitet. Die Halme aus recycelten Coladosen sind der nächsten Schritt zum Schutz der Umwelt. „Wir möchten unsere Gäste nicht erziehen. Wir bieten aber Alternativen im Sinne von Nachhaltigkeit", sagt die Schaustellerin, die mit ihrem Mann Frank in den Sommermonaten die Anlage in den Werregärten betreibt. In einer Hülle verbergen sich Halm und eine Mini-Reinigungs-Bürste Das gute Stück ist nicht unbedingt preiswert, mit Sicherheit aber praktisch. Zusammengeschoben ist das umweltfreundliche Produkt in etwa so groß wie eine Zigarette. In einer Hülle (wahlweise in Rot oder Silber) verbergen sich Halm und eine ebenfalls mit Teleskoptechnik versehene Mini-Reinigungs-Bürste. „Damit hat man immer seinen eigenen Strohhalm dabei", sagt Frank Berghaus, der mit dem Teleskop-Halm keinen einzigen Cent verdient. „Die Erlöse fließen zu 100 Prozent an die Save-Nemo-Foundation, die mit diesen Geldern Korallen rettet", ergänzt Ramona Berghaus. Einer dieser Korallen-Retter ist Diemo Niemann. „Save Nemo hat in besonders betroffenen Gebieten in Asien feste Ankerpunkte für Boote direkt am Riff installiert und mit einer Boje gekennzeichnet. So können die Boote immer an der gleichen Boje befestigt werden und ein großer Teil des Riffes wird nicht zerstört", sagt der Naturschützer. Plastik zerstört die Umwelt und das Meer Seit 2016 kümmert sich der Aktivist mit dem Projekt „Save Nemo" um die Riffs. „Plastik zerstört die Umwelt und das Meer", sagt der Herforder, der schon bald wieder abtauchen möchte. "In Indonesien räumen wir unter Wasser auf", sagt Diemo Niemann, der nun darauf setzt, dass andere Gastronomen dem Beispiel des Herforder Beachclubs folgen.

realisiert durch evolver group