Zur Begrüßung sang der Chor in Begleitung mit einem Akkordeonspieler. - © Celina Allard
Zur Begrüßung sang der Chor in Begleitung mit einem Akkordeonspieler. | © Celina Allard

Kreis Herford So viele kommen zum Treffen der Hundertjährigen in Rödinghausen

Seit elf Jahren gibt es das jährliche Treffen der Über-100-Jährigen des Kreises Herford. Dabei erfahren sie mitunter erstaunliche Dinge von ihren Altersgenossen.

Celina Allard
13.07.2019 | Stand 15.07.2019, 15:07 Uhr

Kreis Herford. Vor elf Jahren hatte Hartmut Golücke, stellvertretender Landrat, die Idee, alle 100-Jährigen des Kreises Herford einzuladen. Er fand es schade, dass sie sich sonst wahrscheinlich nicht kennenlernen würden. Seitdem ist es zur Tradition in Rödinghausen geworden. Treffen findet auf dem Bauernhof der Familie Steinmeier statt Seit neun Jahren findet das Treffen jährlich auf dem Bauernhof der Familie Steinmeier statt. Dieses Jahr haben sich fünf Hundertjährige zusammengefunden, um bei Kaffee, Kuchen und musikalischer Unterhaltung Kontakte zu knüpfen. Insgesamt 32 Menschen im Kreis Herford sind über 100 Jahre alt. Die älteste Teilnehmerin hier ist Margot Schweser mit 102 Jahren, die nun schon zum dritten Mal dabei ist. Aber auch Leute, die in diesem Jahr 100 werden, waren eingeladen. So auch Lina Gerber, die am 12. Dezember 1919 geboren wurde. Ob sie ihren diesjährigen Geburtstag groß feiern wird, weiß sie noch nicht. Aber eines ist sicher: „Wir tanzen über Tisch und Bänke", freut sie sich.Ihr merkt man das Alter so gar nicht an, schließlich wohnt sie auch immer noch alleine zuhause. Seit sie ein junges Mädchen war, singt sie im Chor in Schwenningdorf – und das auch noch heute. Auf die Frage, was sie so jung hält, hat sie schnell eine Antwort: „Laufen, laufen, laufen!" Jeden Tag geht die Rentnerin in Rödinghausen spazieren. 102-Jährige geht für ihre Nachbarinnen einkaufen „Die Leute kennen mich schon. Wenn sie in ihren Wintergärten sitzen, winken die mir immer zu", sagt Gerber. Ein Handy hat sie auch, will es auf ihre Spaziergänge aber nicht mitnehmen. „Wofür auch? Ich falle doch nicht!" Einen Rollator nimmt sie aber trotzdem immer mit. Auch um ihre jüngeren verwitweten Nachbarinnen kümmert sie sich. So geht sie manchmal auch für sie einkaufen. Schon immer sei sie fit gewesen. Auch in Stuttgart habe sie schon gelebt und gearbeitet. Ihre Schwiegertochter Ulla Gerber ist bei dem Treffen mit dabei und erzählt, ihrer Schwiegermutter habe beim Bau eines Hauses mit in der Baugrube gesessen und diese mit ausgehoben. „Sie hält sich auch geistig fit und schaut immer die Nachrichten. Sie macht sich auch viele Gedanken um die Zukunft, in der ihre zwei Enkel und drei Urenkel leben werden", erzählt Ulla Gerber. Zum zweiten Mal ist Lina Gerber schon bei dem Treffen dabei und kommt gerne her. Auch im nächsten Jahr wird sie wieder dabei sein – das hat sie sich schon fest vorgenommen. Heinz Waiser ist der einzige Mann bei der Veranstaltung. Er ist in Begleitung seiner Betreuerin Ella Mazurkieriez da, die mit ihrer Familie in der Wohnung über ihm wohnt. Vor einem Jahr ist sie von Polen nach Deutschland gezogen. Zuvor war sie immer nur für ein paar Monate nach Deutschland gekommen. In der Zeit habe Waiser allein gewohnt. „Herr Waiser ist ein lieber guter Mensch", freut sich Mazurkieriez. Anders als in diesem Jahr gibt es heute keinen prominenten Besuch. „Letztes Jahr war Eckhart von Hirschhausen bei uns. Der Beitrag im Fernsehen war dann zwar sehr schön, aber es war einfach zu viel Trubel hier", sagt Golücke. Am diesjährigen Treffen auf dem Hof Steinmeier nahmen teil: Heinz Waiser und Anna Schweser aus Hiddenhausen, Margot Sellmann aus Löhne, Hildegard Krömker aus Herford und Lina Gerber aus Rödinghausen.

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