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Jens und Brigitte Seidel sowie Thomas Müller (hinten) können zahlreiche Mängel anführen, die aus der Erneuerung der Salzufler Straße resultieren. - © Peter Steinert
Jens und Brigitte Seidel sowie Thomas Müller (hinten) können zahlreiche Mängel anführen, die aus der Erneuerung der Salzufler Straße resultieren. | © Peter Steinert

Herford Anwohner der Salzufler Straße in Herford fühlen sich von Stadt alleine gelassen

Nach den Machern des Obi-Marktes beschweren sich auch Betroffene über mangelhafte Informationen und den schleichenden Fortschritt der Bauarbeiten.

Peter Steinert
11.07.2019 | Stand 11.07.2019, 18:19 Uhr

Herford. Salzufler Straße und kein Ende der Kritik: Drei lange Jahre sollte der im Oktober 2018 begonnene und 2,1 Kilometer lange Ausbau mit Fahrbahndecke, Bürgersteigen, Radstreifen und Parkbuchten dauern. Im Vorfeld verzögerte sich der Tiefbau mit Kanal- und Leitungsarbeiten. Derzeit hängt der im Frühjahr 2018 veröffentliche Zeitplan um einen Monat. Und das, obwohl die Stadt im Januar 2019 einen beschleunigten Ausbau versprochen hatte. Mitunter sind nur zwei Leute im Einsatz Die Baufirma wollte zeitgleich in zwei Abschnitten zu Werke gehen. Für Anwohner wie Brigitte Seidel ist das Augenwischerei „Es sind nicht mehr Bauarbeiter geworden, die wechseln zwischenzeitlich nur den Abschnitt. Mitunter sind deswegen bei uns vor der Tür nur zwei Leute im Einsatz." Die Mängelliste von Brigitte Seidel ist lang. Zwar hätte die Baufirma darüber informiert, dass ihre Familie das Haus vorübergehend nicht mehr mit dem eigenen Auto erreichen könne. „Wo man das abstellen kann, sagt uns keiner. Wir müssen uns dann einen Parkplatz suchen. Und dann beschweren sich die dortigen Anwohner." Hilfe von der Stadt sei nicht zu erwarten. „Wenn man die Stadtmenschen anspricht, dann kommt man nicht weiter. Natürlich sind wir auch zur Info-Veranstaltung im April des vergangenen Jahres eingeladen worden. Zum einen ist das lange her, außerdem waren da viele Leute mit vielen Fragen. Warum werden die Anwohner nicht dann informiert, wenn ihr Abschnitt an der Reihe ist?", fragt die Herforderin. Jetzt beginnt das Wochenende immer früher In ihrer Kritik ist sie nicht allein. Ein paar Häuser weiter betreibt Thomas Müller einen sogenannten Premiumstore der Post. Seine Beobachtungen decken sich mit denen des Hauses Seidel. „Anfangs sind die Bauarbeiter freitags um 13 Uhr ins Wochenende gegangen. Jetzt beginnt für sie das Wochenende immer früher." Jens Seidel: „Zuerst war es 13 Uhr, dann 12 Uhr. Aber das war in der heißen Zeit. Dafür haben wir Verständnis. Am vergangenen Freitag waren die Männer um 11.15 Uhr verschwunden." Während sich Müller zudem darüber ärgert, dass die Parkfläche vor seinem Geschäft seit Erneuerung des Bürgersteigs eine Differenz von einem Zentimeter Höhe und damit eine Stolperkante hat, zeigt Brigitte Seidel auf einen Kanalschacht am Haus, der vor dem Straßenbau angelegt worden war. Und der jetzt randvoll mit Sand ist. „Wasser kann da keins mehr abfließen", sagt Brigitte Seidel. Schäfer wäre Ansprechpartner für Anwohner Vergeblich wandte sie sich an die Baustellenbeobachter der Stadt, die wohl immer dienstags vorstellig werden. Auf die Mängel angesprochen, sollen sie auf die Bauabnahme verwiesen haben. Vorher sei nichts zu machen. Wobei Brigitte Seidel den von der Stadt eingesetzten Baustellenkümmerer Michael Schäfer gar nicht kennt. Schäfer wäre eigentlich der richtige Ansprechpartner für die Anwohner. Für die Presse ist es Baudezernent Peter Böhm. Der war wegen anderer Termine gestern Nachmittag nicht zu erreichen. Und so können Betroffene wie Thomas Müller oder Brigitte Seidel darauf hoffen, dass die derzeit genannten Zeiten eingehalten werden. Ihr Abschnitt zwischen Friedenstalstraße und Maschstraße soll zum 19. Juli fertig sein. Ob die nächste Neubau-Strecke von Maschstraße bis kurz vor der Bauvereinstraße Anfang Oktober befahren werden kann, stellen nicht nur die Anwohner in Frage. Erst Ende vergangener Woche hatte sich die Schoofs-Gruppe (Kevelaer) als Bauherr für das Bau- und Gartencenter von Obi auf dem einstigen Areal von Opel-Corsmann über den schleppenden Ausbau der Salzufler Straße beschwert. Es bestehe die Sorge, hieß es, dass die Straße erst zum 1. Quartal 2021 fertig würde. Ein klärendes Gespräch unter allen Beteiligen hätte für keine Entspannung gesorgt. Auf diese Entspannung wartet auch Brigitte Seidel: „Es muss doch verdammt noch einmal möglichsein, dass man miteinander und nicht gegeneinander vorgeht."

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