Unverkäuflich: Ein Selbstporträt Gisela Schutos aus Studienzeiten. - © Ralf Bittner
Unverkäuflich: Ein Selbstporträt Gisela Schutos aus Studienzeiten. | © Ralf Bittner

Herford Ausstellung Treppenhausgalerie: Wahrnehmungsnotizen einer früh Verstorbenen

Gisela Schuto: Zehn Jahre nach ihrem Tod ist in der Treppenhausgalerie im Elsbachhaus Malerei der Gütersloherin zu sehen.

Ralf Bittner
11.07.2019 | Stand 11.07.2019, 20:58 Uhr

Herford. „Wahrnehmungsnotizen" ist der Titel einer Serie von grafischen Arbeiten der 1955 geborenen und 2009 verstorbenen Güterlsoher Künstlerin Gisela Schuto. So lautet auch der Titel der Ausstellung in der Treppenhausgalerie im Elsbachhaus, die am Freitag, 12. Juli, um 19 Uhr eröffnet wird. 32 Blätter geben der Ausstellung ihren Titel Dicht an dicht reihen sich rote Filzstiftstriche waagerecht auf den 32 Blättern aneinander, unterbrochen von senkrecht angeordneten Symbolen. Eurozeichen, eine Kirche sind erkennbar, andere erinnern an Schriftzeichen, wieder andere sind auch für Werner Schermeier, der den Nachlass seiner vor zehn Jahren verstorbenen langjährigen Lebensgefährtin verwaltet, nicht zu deuten. „70 Blätter gibt es", sagt er, „angelegt war die Serie wohl auf 150." „Das hinterlassene Werk umfasst mehr als 200 Öl- und Acrylmalerein auf Leinwand oder Holz", sagt Schermeier, der die Bildauswahl für die vom Verein Kulturanker ausgerichtete Ausstellung dem Herforder Maler Weizenfeld überließ. „Beide kannten und schätzten sich", sagt er. Die Arbeiten stammen aus verschiedenen Phasen ihres Lebenswerkes, von großen Arbeiten in dunklen Schwarz- und Grautönen auf brauner Grundierung, über die farbenfroheren Arbeiten späterer Phasen bis zu den kleinformatigen Arbeiten der „Einheimischen"-Serie. Die entstand rund drei Jahre nach der Brustkrebsdiagnose als Schuto größere Formate körperlich kaum noch bewältigen konnte. Spuren von Pinsel oder Spachtel sind sichtbar Zeitlebens experimentierte Schuto – etwa mit dem automatischen Zeichnen, drückte Empfindungen ohne kompositorische Absicht aus. Die Arbeiten haben in der Regel keine Titel, und wenn doch sind sie nachträglich unter dem Eindruck des Ergebnisses entstanden. Fast immer ist den Arbeiten die physische Einwirkung von Pinsel, Spachtel oder Handfeger anzusehen. Mit expressiven Farben und gestischem Pinselstrich hatte sich Schuto dem Informel verschrieben, einer Kunstströmung, die klassische Formgebung ebenso ablehnte wie die geometrische Abstraktion. Trotzdem erlauben die Bilder einen Blick in das Seelenleben der Künstlerin, machen ihr Erleben, Empfinden und Denken sichtbar. Zu sehen ist die Ausstellung in der Treppenhausgalerie im Elsbachhaus, Goebenstraße 3-7, bis zum 20. September. Die Einführung übernimmt Beate Freier-Bongaertz, Werner Schermeier ist anwesend und stellt den anlässlich des 10. Todestages erschienenen Katalog „Gisela Schuto. Malerei" vor.

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