Abfahrt: Ein Schild über der Zufahrt zur Parkgarage weist darauf hin, dass dort nur parken darf, wer Mitglied oder Interessent im Fitnessstudio ist. - © Corina Lass
Abfahrt: Ein Schild über der Zufahrt zur Parkgarage weist darauf hin, dass dort nur parken darf, wer Mitglied oder Interessent im Fitnessstudio ist. | © Corina Lass

Herford Teuer: Im Altstadt-Center können Autofahrer leicht zu Falschparkern werden

Eine komfortabel große Parkgarage steht den Mitgliedern des "Fitness Centers Altstadt Galerie" im neuen Altstadt-Center zur Verfügung. Nicht-Mitglieder müssen tief in die Tasche greifen.

Corina Lass
13.06.2019 | Stand 13.06.2019, 08:56 Uhr

Herford. Eine komfortabel große Parkgarage steht den Mitgliedern des "Fitness Centers Altstadt Galerie" im neuen Altstadt-Center zur Verfügung. Wer allerdings nur kurz bei C&A oder Rossmann reinspringen will und weder Mitglied im Fitnessstudio ist, noch ein solches werden will, gilt dort als Falschparker. Und der muss tief in die Tasche greifen. Diese Erfahrung machte kürzlich Philipp Krone. Der Herforder wollte schnell mal etwas im neuen Geschäftshaus einkaufen. Den Kassenautomaten fand er danach in der obersten Etage vor dem Fitness-Center. 10 Euro musste er berappen. So viel kostet das Parken in der zu Geschäftszeiten weitgehend leeren Tiefgarage - je angefangene Stunde. Für den Verlust des Tickets nehmen die Betreiber 50 Euro. Tatsächlich hängt quer über der Einfahrt zu den Parkplätzen ein Schild. Es weist darauf hin, dass es sich um eine private Tiefgarage handelt, die für Mitglieder und Interessenten im "Fitness Center Altstadt Galerie" maximal drei Stunden kostenfrei ist. Das Schild hänge in Sichtachse der Autofahrer, sagt Christian Pullen, Geschäftsführer des Fitnessstudios, es ist seiner Ansicht nach nicht zu übersehen. Außerdem ergänzt er, dass auch die Bewohner der aufgesetzten Wohnhäuser in der Tiefgarage ihre Parkplätze haben. "Jemand, der nicht genau hinguckt, übersieht die hohen Kosten für Falschparker" Am Parkschein-Automaten vor der Schranke erfährt der unbedarfte Autofahrer mehr: Dort hängen DIN-A-4-Zettel, die darüber informieren, dass er spätestens 15 Minuten nach der Einfahrt im Fitnessstudio eingecheckt haben muss. Sonst sei die Kostenfreigabe für das Ticket nicht mehr möglich. Krones Ansicht nach signalisiert der Betreiber aber nicht deutlich genug, welche Kosten entstehen. "Jemand, der nicht genau hinguckt, übersieht das. Und der läuft dann auch noch durch das Haus, um den Kassenautomaten zu finden." Die kopierten Zettel am Parkschein-Automaten reichen dem Herforder nicht, weil in einer Kleinstadt wie Herford niemand mit solchen Preisen rechne. "Wenn ich am Kurfürstendamm in Berlin oder am Frankfurter Flugplatz parke, weiß ich das, aber doch nicht in Herford", sagt er. Die Preise seien vom Aufsteller des Ticketautomaten vorgeschlagen und von ihm nicht hinterfragt worden, sagt Pullen. Ihm sei es darum gegangen, nicht berechtigte Parker aus der Tiefgarage fernzuhalten. Es habe auch nur anfangs ein- oder zweimal Fälle gegeben, in denen sich jemand über die Falschparker-Kosten überrascht gezeigt habe. Seit über der Einfahrt das Schild und an dem Ticketautomaten die Hinweiszettel hingen, seien ihm keine dieser Fälle mehr bekannt geworden. Krone führt Fälle an, in denen Autofahrer vor der Schranke stehen, von den Falschparker-Kosten lesen, dann wieder zurücksetzen wollen, sich aber durch weitere Fahrzeuge hinter sich gedrängt fühlen, in die Tiefgarage zu fahren. Deshalb würde er es für sinnvoll halten, wenn der Parkhausbetreiber wenigsten die kostenlose Wiederausfahrt unmittelbar nach der Einfahrt ermöglichte. Pullen meint hingegen: "Solche Situation sind aber dann schon eine doppelte Sondersituation."

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