Kranken- und Rettungstransporte werden teurer. Die Stadt Herford plant eine Gebührenerhöhung. - © Gerald Dunkel
Kranken- und Rettungstransporte werden teurer. Die Stadt Herford plant eine Gebührenerhöhung. | © Gerald Dunkel

Herford Herford muss im Rettungsdienst ein Defizit von mehr als 800.000 Euro ausgleichen

Die Kosten für Krankentransporte und Notfallrettung reißen Loch in Gebührenhaushalt.

Elena Ahler
13.06.2019 | Stand 12.06.2019, 17:48 Uhr

Herford. Die Stadt muss ein Defizit von rund 815.000 Euro im Bereich der Krankentransporte und Notfallrettung ausgleichen. Gestiegene Kosten ab 2015 sind der Stadt zufolge der Grund für die Finanzierungslücke. Krankentransporte, Rettungswagen- und Notarzteinsätze sollen deshalb ab 1. Juli mehr kosten, das geht aus der aktuellen Verwaltungsvorlage für die Sitzung des Stadtrats am Freitag, 14. Juni, im Rathaus hervor. Bei Bauchschmerzen mit dem Krankenwagen zum Arzt Gestiegen sind unter anderem die Personalkosten. 2017 gab es eine Tarifanhebung für Rettungssanitäter, auch die Aus- und Weiterbildungen des Personals sind teurer geworden. Zudem kosten Neuanschaffungen heute mehr als vor einigen Jahren. "Ein Einsatzfahrzeug kostet heute bis zu 240.000 Euro. Vor einigen Jahren haben wir dafür noch etwa 100.000 Euro weniger bezahlt", sagt Michael Stiegelmeier, Leiter der Feuerwehr Herford, auf Anfrage von nw.de. Zudem würden die Bürger die Einsatzkräfte inzwischen häufiger rufen als früher: "Jedes Jahr kommen 800 bis 1.000 Einsatzfahrten hinzu", sagt Stiegelmeier. Im vergangenen Jahr rückten die Kranken- und Rettungswagen 14.180 Mal aus. Ein Jahr zuvor waren es 13.113 Einsätze. Ein Grund für die Entwicklung ist laut Stiegelmeier eine höhere Anspruchshaltung der Patienten. "Früher gingen sie bei Bauchschmerzen erst einmal zum Hausarzt, mittlerweile rufen sie eher den Krankenwagen", sagt der Feuerwehr-Chef. Gestiegen ist auch die Zahl der Fehleinsätze von 1.830 im Jahr 2017 auf 1.955 im vergangenen Jahr. Auswirkungen auf Versicherte möglich Die Kosten für Krankentransporte und Rettungseinsätze trägt die jeweilige Krankenkasse des Patienten. "Die Versicherten bekommen von einer direkten Gebührenanhebung erst einmal nichts mit", sagt Sigrid Averesch-Tietz, Sprecherin des Verbandes der Ersatzkassen, zu denen unter anderem die Barmer und die Techniker gehören. "Aber die Kosten müssen so gestaltet sein, dass die Rettungsdienste finanzierbar bleiben." Seien die Gebühren zu hoch, wirke sich das letztendlich auf die Versicherten aus. Die Stadt ist gesetzlich verpflichtet, das Gebührendefizit innerhalb von vier Jahren abzubauen. Mit der aktuellen Gebührenerhöhung könnte sie das bis Ende Juni 2021 schaffen. So hat es die Verwaltung berechnet. Sie hatte allerdings bereits 2017 die Beträge für Krankentransporte und Rettungsdienstfahrten angehoben: Damit wollte sie ein Defizit aus dem Jahr 2015 ausgleichen.

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