Kettenschlösser lassen sich mit Bolzenschneider knacken. Ein Faltschloss aus Stahl ist die sicherere, aber auch teurere Alternative. - © Andreas Frücht
Kettenschlösser lassen sich mit Bolzenschneider knacken. Ein Faltschloss aus Stahl ist die sicherere, aber auch teurere Alternative. | © Andreas Frücht

Kreis Herford Viele Fälle, wenig Aufklärung: Immer mehr Fahrraddiebstähle in Herford

Die Fälle von Fahrraddiebstählen im Kreis Herford häufen sich. Mehrfacher Fahrraddieb vor Amtsgericht verurteilt

Elena Ahler
12.06.2019 | Stand 12.06.2019, 15:38 Uhr

Kreis Herford. Wegen mehrfachen Fahrraddiebstahls musste sich  ein 26-jähriger Mann aus Aserbaidschan vor dem Herforder Amtsgericht verantworten. Das Gericht verurteilte den Mann, der in Gütersloh wohnt, zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Zudem muss er 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit monatlich leisten. Der Mann befand sich seit Dezember 2018 in Untersuchungshaft. Mehrere Räder an verschiedenen Orten geklaut Der Aserbaidschaner hat zwischen August bis Dezember 2018 mehrere Fahrräder geklaut und verkauft. Zusammen mit wechselnden Helfern entwendete er die Räder an verschiedenen Orten, unter anderem am Friedrichs-Gymnasium in Herford, an der Hauptschule Herford und am Freizeitbad Die Welle in Gütersloh. Dabei knackte der Angeklagte Schlösser mit einem Stahlwerkzeug und brach in einen Fahrradkeller ein. Es entstand ein Schaden von über 6.000 Euro. Außerdem ist er bei seinen Diebstählen zwei Mal ohne Fahrerlaubnis gefahren. Der geständige Täter habe zu der Zeit als Aushilfskraft in einem Fahrradladen in Herford gearbeitet und wollte sich laut Verteidiger "etwas hinzuverdienen", um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. In Deutschland habe er keine Arbeitserlaubnis und sei ausreisepflichtig. Prävention bleibt wichtig Der verhandelte Fall ist nur einer von vielen im Kreisgebiet. Denn: Der Fahrraddiebstahl im Kreis Herford nimmt zu. "Fahrraddiebstähle sind zum Massendelikt geworden", sagt Simone Lah-Schnier, Pressesprecherin der Polizei Herford. Erste Zahlen für 2019 liegen der Polizei bereits vor. Bis April wurden 108 Fahrraddiebstähle begangen. Im vergangenen Jahr wurden im Kreis Herford 761 Fahrräder gestohlen. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 601 Diebstähle. Dabei bleiben die meisten Fälle offen. Lediglich rund acht Prozent der Diebstähle wurden im vergangenen Jahr aufgeklärt. Lah-Schnier rät Fahrradbesitzern ihre Räder möglichst gut zu sichern. Zum Beispiel mit sogenannten Faltschlössern aus Stahl. "Faltschlösser haben den größten Sicherheitslevel und sind mit einem Bolzenschneider nicht zu knacken." Anders sehe das bei den gebräuchlichen Kettenschlössern aus. "Die Faltschlösser kosten zwar etwas mehr, aber bei einem teuren Rad kann sich das lohnen." Bei den gestohlenen Radmodellen oder Marken kann die Polizei allerdings keine Präferenzen der Täter feststellen. Außerdem solle es den Tätern so schwer wie möglich gemacht werden, indem die Fahrräder verschlossen und angeschlossen, beispielsweise an einem Fahrradständer, werden. "Ansonsten könnten die Fahrräder einfach weggetragen werden." Neben dem Abstellen im öffentlichen Raum, empfiehlt die Pressesprecherin, Fahrräder auch zu Hause in verschlossenen Räumen und nicht offen zum Beispiel im Carport aufzubewahren. Bei E-Bikes oder Pedelecs sei es ratsam, den Akku zu entfernen. Registrierung kann abschrecken Eine Fahrradregistrierung könne zudem helfen, mögliche Täter abzuschrecken. Bei einer Registrierung wird eine Codenummer in den Rahmen gefräst. Zwar sei dies keine Garantie gegen Diebstahl, allerdings könne das Fahrrad dadurch leichter zugeordnet werden und damit einen Weiterverkauf erschweren.

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