Felix, Ben und zwei Mal Justin aus Löhne Ort legen Tempo vor beim Baumstammslalom. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Felix, Ben und zwei Mal Justin aus Löhne Ort legen Tempo vor beim Baumstammslalom. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Kreis Herford Jugendfeuerwehr trägt schottische Spiele im Hochland von Schwarzenmoor aus

Die Organisatoren im Schottenrock spüren den kühlen Wind an den Beinen. Zum Erfolg braucht es mehr als Geschwindigkeit

Frank-Michael Kiel-Steinkamp
12.06.2019 | Stand 11.06.2019, 17:27 Uhr |

Kreis Herford. Die Löschgruppe Schwarzenmoor der Freiwilligen Feuerwehr Herford nimmt für sich in Anspruch, das höchstgelegene Feuerwehrhaus im Kreis Herford zu betreiben. Es liegt im Sichtweite zum Herforder Sender. Der Funkmast ist tatsächlich im weiten Umkreis zu sehen. "Im letzten Jahr hatte unsere Jugendfeuerwehr 30-jähriges Bestehen", berichtet Hauptfeuerwehrmann Philipp Sturm. "Das wollten wir mit einem besonderen Ereignis feiern. So sind wir auf die Idee zu Blackmoor Highland Games gekommen." Die Schwarzenmoor-Hochland-Spiele nach schottischem Vorbild wurden am Pfingstsamstag mit 100 Jugendlichen aus dem ganzen Kreis Herford ausgetragen. Es handelte sich nicht einfach um eine Feuerwehr-Variante des früher sehr beliebten Fernseh-Ereignisses Spiel-ohne-Grenzen. Das war schon dem Organisatoren-Team anzusehen. Die Männer waren im Schottenrock erschienen. Der Stoff zeigte aber nicht das typische Karomuster, sondern war schwarz und trug leuchtend-gelbe Aufnäher wie moderne Feuerwehr-Uniformen. "Die Schottenröcke oder Kilts, wie die Schotten sagen, haben wir nicht selbst genäht", berichtet Philipp Sturm. "Das haben wir nach einem Versuch aufgegeben und sie für 45 Euro das Stück im Internet bestellt." Vor allem beim Sitzen ist der Rock bequemer als die Hose Für den echten Feuerwehreinsatz taugen die Sport-Kilts nicht, weil die Beine nicht geschützt sind, aber auch, weil der Stoff kein echter Uniformstoff mit besonderer Schutzfunktion ist. Dafür haben die Röcke naturgemäß eine Luftigkeit, die die Uniformen vermissen lassen. Zwar fehlte der der für die Highlands typische Nebel, aber das Wetter war am Samstagmorgen bedeckt und etwas stürmisch auf den Herforder Höhen. So wurde es den Schwarzenmoor-Schotten immer mal kühl um die Knie. "Ich hatte noch nie einen Rock, aber man gewöhnt sich schnell", sagt Sturm. "Vor allem beim Sitzen ist er bequemer als eine Hose." Rat hatten sich die Organisatoren beim hauptamtlichen Feuerwehr-Kollegen Heiko Rosenau aus Elverdissen geholt, der selbst schon zwei Mal im Harz an Highland-Games teilgenommen hat. Was trägt der Blackmoor-Highlander unter dem Kilt? Die Frage aller Fragen beantwortete der Schwarzenmoorer Jugendwart Michael Huß nur mit einem wissenden Lächeln. Er übertrug sein Amt nach der Veranstaltung an Philipp Sturm. In dessen Fußstapfen als bisheriger Stellvertreter trat Kai Fuhrmann. Die Teilnehmer der Spiele im Alter zwischen 10 und 18 Jahren trugen ihre Jugendfeuerwehr-Uniform. Mit von der Partie waren auch "Clan" genannte Vierer-Teams aus Porta-Westfalica, vom Blasorchester Feuerwehr Herford und der Grundschule Landsberger Straße. Die Spieldisziplinen waren den Schotten abgeschaut, aber auf Jugendliche zugeschnitten. So musste auch kein kapitaler Baumstamm so geworfen, dass er sich überschlägt. Die verwendeten schlanken Stämme sollten allerdings länger als der Nachwuchs-Highländer sein. Beim Baumstamm-Slalom trugen vier Schotten einen langen Baumstamm im Laufschritt zwischen Pylonen hindurch. Hier zählte Teamarbeit ebenso wie beim Zweier-Sackhüpfen im "Big Bag". Faßrollen durch und über Hindernisse, Paletten-Ziehen und Strohsack-Weitwurf forderten dagegen Einzelkämpfer-Qualitäten. Auf Zweikämpfe auf einem aufgebockten Baumstamm lief das Spiel "Off the Plank" hinaus, bei dem ein balancierender Spieler den anderen mit einem Sack hinunterwerfen sollte. "Es war cool und hat Riesenspaß gemacht", fasst Jugendfeuerwehrmann Fin zusammen. Und: "Fit muss man schon sein, um zu gewinnen." Timo fand es gut, dass Zusammenarbeit gefordert war. Fish&Chips für hungrige Highlander Wer so für seinen Clan gekämpft hat, bekam Hunger. Im Angebot waren die typischen "Fish&Chips" - Fisch und Pommes Frites. In die Wertung gingen neben Tempo und erreichten Punkten auch Alter und Größe der Jungfeuerwehrleute ein. Die Sieger in der Gruppenwertung: 1. Rödinghausen-Süd, 2. Enger, 3. Vlotho. Einzelwertung Mädchen: 1. Melody Spitzer (Holzhausen), 2. Sarina Uding (Schweicheln) und 3. Kim Nola Horstkotte (Löhne-Ort). Einzelwertung Jungen: 1. Silas Weber (Holzhausen), 2. Thomas Saam (Schweicheln) und 3. Pierre Schönherr (Holzhausen). Die Organisatoren der Jugendfeuerwehr Schwarzenmoor überlegen, die Spiele alle zwei Jahre zu wiederholen.

realisiert durch evolver group