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Die Erbauer: Marcus Enk, der mit Thorsten Hundsdörfer und Torsten Kalbe - © Jobst Lüdeking
Die Erbauer: Marcus Enk, der mit Thorsten Hundsdörfer und Torsten Kalbe | © Jobst Lüdeking

Herford Roboter und Fabelwesen erobern den Herforder Güterbahnhof

Die "Maker Fair OWL" lockt am Wochenende kreative Köpfe und geschickte Bastler nach Herford. Neben den berühmten Star Wars-Droiden lässt auch alte Technik staunen.

Jobst Lüdeking
01.06.2019 | Stand 01.06.2019, 14:17 Uhr |

Herford. Fast wirkt es so, als würden in Kürze die Star Wars-Helden Luke Skywalker oder Han Solo aus dem Film Star Wars im Herforder Güterbahnhof laden. Zumindest ist ihr Lieblingsandroid R2-D2 bereits da und rollt duch die Halle – und das in dreifacher Ausfertigung zusammen mit dem Roboter BB8. Gefertigt werden die Droiden allerdings nicht in einer fernen Galaxie, sie sind made in Germany - gebaut von Mitgliedern des R2-D2-Clubs Builders Club. Gezeigt werden sie jetzt auf der Messe "Maker Fair OWL", die am Samstag und Sonntag im Herforder Güterbahnhof zum Sehen und Staunen einlädt. „Wir sind alle mit Star Wars groß geworden", erklärt Marcus Enk, der mit Thorsten Hundsdörfer und Torsten Kalbe die Roboter per Fernsteuerung lenkt. Gegründet wurde der Club in den USA. Mittlerweile gibt es weltweit Ableger, die auch Bauanleitungen und Tipps für den eigenen Roboter-Bau daheim anbieten. Was ein bayerisches Fabelwesen in Herford zu suchen hat Eine Halle weiter wird es weniger futuristisch, dafür deutlich märchenhafter. Ein Wolpertinger - ein bayerisches Fabelwesen aus Greifvogel und Hirsch – und der mythische Gott Pan ziehen durch den Raum und machen auf den Rollenspielclub „Die Nebelschwingen" aus Hannover aufmerksam. Die Mitglieder setzten sich mit Geschichte und Literatur auseinander. Ein Paar Schritte weiter sitzen Ben Pleininger, Moritz Lütke Westhus und Tim Olszewski vor drei Schiffsmodellen – darunter ist auch das der Titanic. Doch um das Bauen mit Lego geht es dem Trio gar nicht. „Wir machen Stop-Motion-Videos", erklärt Olszewski. Das sind Filme, in denen die Lego-Figuren die Hauptrolle spielen und durch einen einfachen Kniff zum Leben erweckt werden. Denn sie werden nach nach jeder Einstellung ein Stückchen weiter bewegt und erneut fotografiert. Eine Sekunde Film benötigt damit rund 20 Bilder. "Vergangenes Jahr haben wir den Paderborner Dom im Maßstab 1.100 gebaut", berichtet Olszewski. Mittlerweile wurden die Filme der Jugendlichen insgesamt 10 Millionen mal auf Youtube angeklickt, ihr Kanal wird von mehreren Tausend Usern abonniert. Wie die analoge Welt funktionierte, können die Besucher etwas weiter vorne sehen. Alle 30 Minuten erwacht ein alter Fernschreiber zum Leben und bringt ratternd eine Meldung auf die Papierrolle. Gleich daneben gibt es die Erkenntnis, dass Computer nicht immer gleich aussehen müssen. Das Modell neben dem Fernschreiber wirkt eher so, als stamme es aus dem 18. Jahrhundert. Die "Maker Fair OWL" hat am Samstag, 1. Juni, und am Sonntag, 2. Juni, jeweils in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Sie richtet sich an kreative Köpfe, Bastler, Tüftler, Erfinder und Querdenker.

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