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Treffen am Fluss: Verantwortliche der Kommunen  demonstrieren an der Werre ihre neue Verbundenheit. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Treffen am Fluss: Verantwortliche der Kommunen  demonstrieren an der Werre ihre neue Verbundenheit. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Kreis Herford/Kreis Minden-Lübbecke Am Werreufer können die Menschen bald mehr erleben

Neun Städte und Gemeinden von Horn Bad Meinberg bis Bad Oeynhausen haben das Regionale-2022-Projekt „Die Werre – ein Fluss, der OWL verbindet“ auf den Weg gebracht. Auch wenn es nicht den Zuschlag bekommt, ist viel erreicht

Frank-Michael Kiel-Steinkamp
25.05.2019 | Stand 25.05.2019, 15:17 Uhr

Kreis Herford. Sie haben die gleichen Ziele und Probleme: Die Städte und Gemeinden an der Werre. Sie wollen oder müssen den 72 Kilometer langen Fluss für ihre Einwohner nach dem Motto „Ran ans Gewässer" mit mehr Erlebniswert gestalten, den Hochwasserschutz und die Wasserqualität und ökologische Durchgängigkeit verbessern. Vieles davon macht nur Sinn in Abstimmung mit den Nachbarn. Doch Kontakt zueinander hatten sie über die Kreisgrenzen hinaus wenig oder gar nicht. Das soll sich ändern. Gemeinsam haben Horn-Bad Meinberg, Detmold, Lage, Bad Salzuflen, Herford, Hiddenhausen, Kirchlengern und Bad Oeynhausen jetzt einen Projektbeitrag bei der Regionale 2022 eingereicht, in dem neue und schon beantragte Vorhaben gebündelt werden. Vertreter der beteiligten Kommunen stellten ihn Freitag in Herford an der Werrestraße vor. An einem Werretag der Zukunft besucht man sich mit dem Rad Eine Hoffnung ist, dass die ganze Werre flussnah mit dem Rad erfahrbar sein wird. Die Projektbeteiligten träumen sogar von einem Werretag mit gegenseitigen Besuchen – idealerweise auch mit dem Rad. Die Initiative hatten die Technischen Beigeordneten von Herford und Bad Oeynhausen, Peter Böhm und Thomas Lüer, ergriffen. „Uns verbindet die Werre" haben sie erkannt und damit bei den anderen Kommunen schnell Anklang gefunden. Es gab Arbeitstreffen und man war sich einig: „Selbst wenn das Projekt nicht angenommen wird, nützt allen die Zusammenarbeit an ähnlich gelagerten Problemen." Sollte es anerkannt werden, ist die Hoffnung da, dass die Fördermittel für die Projektbausteine üppiger fließen. Ist die erste Hürde nach den Sommerferien mit erreichen des Status C übersprungen, werden vor einer notwendigen Machbarkeitsstudie die örtlichen Stadt- und Gemeinderäte das weitere Vorgehen absegnen müssen. 17 Projektbausteine der Kommunen sind aufgeführt. VON DER QUELLE BIS ZUR MÜNDUNG Baustein 1: Man will überörtliche Kooperationen bilden. Die Beschäftigungsprojekte im Kreis Lippe „Wasser im Fluss" und in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke „Weser-Werre-Else", die die Wasserökologie mit baulichen Eingriffen verbessern, sollen Erfahrungen austauschen und zusammenarbeiten. Man bildet Arbeitsgruppen zu Themen wie Tourismus, Radverkehr, Stadtplanung, Hochwasserschutz/Starkregen, Gewässerökologie und Umweltbildung. Baustein 2: Der Werre-Radweg soll als gemeinsames Projekt der Anliegerkommunen verankert werden. In großen Teilen verläuft er nicht in direkter Nähe zum Wasser und teils auf schlecht befahrbaren Wirtschaftswegen. Daher sollen Lücken geschlossen werden, die Streckenführung touristisch vorteilhafter näher am Fluss erfolgen und Infotafeln und Ruheinseln mit Liegesofas und Picknickmöglichkeiten geschaffen werden. DETMOLD Baustein 3: Schüler haben den Trittstein „Kuhkamp" geplant, ein Ingenieurbüro hat die Pläne professionell überarbeitet. Teilprojekte könnten sein: Anlegen einer Sekundäraue, zulassen einer eigendynamischen Entwicklung etwa durch Einbau von Totholz, Anlegen eines Grünen Klassenzimmers und mehr. Baustein 4: Ökologische Aufwertung des Werreufers, wenn das abgängige Parkhaus „Am Lustgarten" durch ein multifunktionales „Mobilitätshub" ersetzt wird. LAGE Baustein 5: Die Menschen sollen wirksamer in die Umsetzung der Europäischen Wasserrichtlinie eingebunden werden. Die Generation „Fridays for future" will man über Schulprojekte erreichen. Baustein 6: Ein Gewässerlehrpfad im Stadtgebiet. Baustein 7: In zentrale Lage soll ein Erlebnisraum am Ufer geschaffen werden. BAD SALZUFLEN Baustein 8: Eine Starkregengefahrenkarte wird erarbeitet. Baustein 9: Im Bereich der Kläranlage ist eine nachhaltige Auenlandschaft geplant. Baustein 10: Die Stauanlage in der Nähe der Begamündung wird abgebaut. Baustein 11: Ausbau des Radverkehrsnetzes. HERFORD Baustein 12: Zwischen Ahmsen und Bergertor wird eine Auenlandschaft geschaffen. Der Radweg wird verbessert und es gibt Ruhezonen. Baustein 13: Erhöhung der Durchgängigkeit am Bergertor und der Aufenthaltsqualität. HIDDENHAUSEN Baustein 14: Schaffung eines öffentlichen Zugangs zur Werre in Schweicheln-Bermbeck. LÖHNE/BAD OEYNHAUSEN Baustein 15: Das innerstädtische Werreufer in Löhne soll als erfahrbarer Naturraum erschlossen werden. Baustein 16: Naturnaher Umbau der unteren Werre mit Absenkung des Sielwehrs. Baustein 17: Der Werre-Auenpark im Bad Oeynhausener Siel soll als naturnaher Bürgerpark mit erlebbarer Wasserlandschaft und hoher Freizeitqualität umgestaltet werden.

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