Der Shantychor der Hansestadt Herford. - © Hans-Juergen Weidlich
Der Shantychor der Hansestadt Herford. | © Hans-Juergen Weidlich

Herford Geld für die Kultur sorgt für Diskussionen in Herford

Kulturbeirat: Chöre werden wie gewohnt gefördert. Das komplizierte Verfahren zur Förderung kultureller Projekte soll überdacht werden

Ralf Bittner
21.05.2019 | Stand 21.05.2019, 15:59 Uhr

Herford. Über die Bewilligung der Förderung ihrer Arbeit können sich elf Chöre in der Stadt freuen. Das beschloss der Beirat der Beirat der Kultur gGmbH in seiner Sitzung am Montag. Da die Höhe der Gesamtfördermittel pro Jahr auf 2.301 Euro begrenzt ist, die Kantorei St. Marien Stiftberg anders als im vergangenen Jahr einen Antrag gestellt hatte, sinkt die Förderung pro Chor von 230 Euro im vergangenen, auf 209 Euro in diesem Jahr. Spenden und Fördermittel – ein feiner Unterschied Während die Mittel für die Chorarbeit aus dem Haushalt der Kultur gGmbh aufgebracht werden und der Beirat darüber beschließen kann, erfolgt der Großteil der Kulturförderung in der Stadt über Projektförderungen, die von den Freizeiteinrichtungen Stadtwerke Herford (FSH) in Form von Spenden ausgeschüttet werden. Bis zu 36.000 Euro können hier ausgeschüttet werden. Hier entschied der Beirat über elf Anträge, wobei der Beschluss nur als Empfehlung an den Stadtrat weitergegeben wird, der die Mittel bewilligt, die von der FSH dann als Spenden an die Antragsteller weitergegeben werden. Verfahren schließt Einzelkünstler aus und ist intransparent Diese zeitaufwendige Verfahren – die Antragsteller haben meist erst im Frühsommer Gewissheit, ob sie eine Förderung erhalten oder nicht - sorgt in dem Gremium schon länger für Diskussionen. Andreas Gorsler (CDU) wies auf einen anderen Schwachpunkt hin: „Die Förderung von Projekten von Einzelkünstlern ist so gut wie nicht möglich, da diese in der Regel keine Spenden annehmen dürfen, die vom Finanzamt auch als solche anerkannt werden würden." Dementsprechend wurde alle Anträge von Vereinen gestellt, wobei sich die Künstlerin Kristine Wedgwood-Benn mit dem NABU Kreisverband einen Kooperationspartner als Antragsteller gesucht hatte. „Viele Künstler sind zwar gut vernetzt und wir wollen auch die Vernetzung fördern", sagt Kultur-gGmbH-Geschäftsführer Andreas Kornacki: „Dieser Weg ist aber sicher nicht für jeden Künstler praktikabel." Und auf noch ein Problem wies er hin: „Da die Anträge an die FSH gestellt werden, die die formelle Prüfung auf Förderungswürdigkeit vornimmt, wissen wir als Kultur gGmbH nicht, wie viele Anträge es überhaupt gegeben hat und welche mit welcher Begründung abgelehnt wurden." Gespräche in Stadt und Konzern sollen Verfahren optimieren Beirats-Vorsitzende Birgitt Fischer kündigt daher an (SPD) mit den zuständigen Stellen in der Stadt und der städtischen Tochterunternehmen noch einmal grundsätzlich über dieses Verfahren als sprechen zu wollen, das aus Sicht Kornackis ein weiteres Problem aufwirft: „Anders als bei direkten Projektförderungen, bei denen hinterher die korrekte Verwendung nachgewiesen werden muss, ist so ein Nachweis bei Spenden nicht möglich." Zwei Anträge sorgen für längere Diskussion im Beirat Anders als in früheren Jahren sorgen aber auch zwei Anträge für inhaltliche Debatten. Der Empfehlung eine von der „Gorgol Art Company" beantragte Förderungen nicht zu bewilligen stimmt der Beirat zu, da aus dem Antrag nicht hervorgegangen sei, was, wo, wann und mit wem mit dem Geld geschehen sollte. Auch der Antrag des Shanty Chors Hansestadt Herford eine Konzertreise zu den Internationalen Hansetagen in Pskov (Russland) mit 3.000 Euro zu fördern, wird positiv beschieden, als „kleines Dankeschön an den Chor für seine inoffizielle Rolle als Kulturbotschafter Herfords", so Gorsler. Da erneut die Gesamtsumme aller eingereichten Anträge unter der Höchstsumme von 36.000 Euro geblieben ist, wird geprüft, ob Anträge, die unter der Obergrenze gebliebe sindn, aufgestockt werden können. Auf Antrag von Claudio Vendramin wird der Bericht zum Zwischenstand der Kulturentwicklungsplanung in den öffentlichen Teil der Sitzung vorgezogen. „Wir arbeiten daran, es ist aber noch Vieles in der Schwebe", sagt Kornacki, „wir informieren natürlich, sobald es konkreter wird."

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