Oliver Schübbe (Designer), Nina Terhardt (Designerin), Eva Brenner (Moderatorin), Marcel Struck (Designer). - © Honorarfrei - nur für diese Sendung inkl. SocialMedia bei Nennung ZDF und Frank W. Hempel.
Oliver Schübbe (Designer), Nina Terhardt (Designerin), Eva Brenner (Moderatorin), Marcel Struck (Designer). | © Honorarfrei - nur für diese Sendung inkl. SocialMedia bei Nennung ZDF und Frank W. Hempel.

Herford TV: Herforder Oliver Schübbe das letzte Mal im ZDF zu sehen

Fernsehen: Der Herforder Designer hat in den ersten Folgen der Sendung „Mach was draus” kräftig abgeräumt. Am Ostersonntag bringt er mit seinem Entwurf auch Lokalkolorit ins ZDF

Eike J. Horstmann
21.04.2019 | Stand 22.04.2019, 10:00 Uhr

Kreis Herford (nw). Die Möbel und die Designobjekte sehen jedes Mal völlig anders aus und gleichen sich nicht im Geringsten. Eines ist in den bisherigen Folgen der ZDF-Upcycling-Show „Mach was draus” indes stets identisch gewesen: Die verblüfften Blicke im Studio, wenn der Herforder Designer Oliver Schübbe erläutert, wie er aus einem liebgewonnenen, aber letztlich nutzlosen Gegenstand etwas völlig neues und einzigartiges bauen will. Und nicht nur die Besitzer der Objekte staunen Bauklötze. Auch Moderatorin Eva Brenner und die ebenfalls um den Auftrag buhlenden Designer-Konkurrenten kommen nicht umhin, sich über die Geistesblitze zu wundern. Am Ostersonntag, 21. April, tritt Schübbe vorerst zum letzten Mal um 13.55 Uhr im ZDF zum kreativen Wettstreit an. Das Konzept von „Mach was draus” ist denkbar einfach. Die Kandidaten bringen drei Designern einen Gegenstand, den sie zwar nicht mehr brauchen, den sie aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht wegwerfen wollen. Die Designer geben nun jeweils einen Vorschlag ab, was sie aus dem Objekt gestalten wollen, die Kandidaten wählen aus den Ideen ihren Gewinner aus. Der oder die Designer machen sich von einem Kamerateam begleitet ans Werk und überreichen am Ende der Sendung das fertige Stück. „Dabei habe ich bis jetzt ganz gut abgeräumt”, sagt Schübbe in seiner der Herforder Recyclingbörse angeschlossenen Werkstatt. Dort machte er sich nach dem Zuschlag im Studio auch jeweils ans Werk, etwa, um aus einer alten Holztruhe eine englische Telefonzelle, aus einem Nähtischchen eine Deckenleuchte oder aus einem 50er-Jahre-Fernseher ein Aquarium zu bauen. Und auch hier hatten die denkbar unterschiedlichen Stücke eines gemeinsam: Die Kandidaten waren am Ende von dem Resultat begeistert. Für Oliver Schübbe ist das Thema Re- und Upcycling altbekannt. Er experimentiert und baut seit rund 15 Jahren mit Materialien, die achtlos auf den Müll geworfen oder zumindest zur Wiederverwertung bei der Recyclingbörse abgegeben wurden. Im Fernsehen hingegen sind Sendungen wie „Bares für Rares" oder „Aus alt mach neu" brandaktuell und erzielen beachtliche Quoten. „Horst Lichter könnte auch nachts parallel zu James Bond laufen, das würden sich die Leute angucken", sagt Oliver Schübbe. Allerdings hat er bei einigen der TV-Formate den Eindruck, dass eher die gute Unterhaltung als die gute Idee zähle. So sei unter anderem bei einer vergleichbaren Show der Protagonist kein Designer oder Innenarchitekt, sondern ein eigens für die Rolle gecasteter Schauspieler. Schübbe will nicht den Gute-Laune-Bären mimen „Es muss eben Stimmung da sein", sagt Schübbe. „Und da bin ich als gemeiner Ostwestfale nur begrenzt einsetzbar." Entsprechend versucht er in „Mach was draus" erst gar nicht, den „Gute-Laune-Bären" zu geben, sondern durch Kreativität und Gestaltung zu punkten. Und das gelang bislang ausgesprochen gut. Seit dem Auftakt der Sendung Ende März – die Folgen können übrigens alle noch über die ZDF-Mediathek abgerufen werden – bekommt Oliver Schübbe immer mehr Anfragen von Leuten, die ebenfalls aus alten Lieblingsstücken ein individuelles Design-Objekt gestaltet haben möchten. „Da sind schon ein paar skurrile Sachen bei", sagt Schübbe. Allerdings würden viele Leute bei ihren Anfragen unterschätzen, wie viel Zeit und Aufwand in der Entwicklung und in dem Entwurf stecken – was sich letztlich auch in dem Preis niederschlägt. „An manchen Stühlen sitze ich ein halbes Jahr", so Schübbe. So viel Zeit hatte er für die Aufträge der vorerst letzten Folge von „Mach was draus" nicht zur Verfügung. Auch am Ostersonntag wird Oliver Schübbe wieder mit seinen Ideen auftrumpfen und seine Konkurrenz zur Verzweiflung treiben. Mit einem ausgedienten „Marta"-Plakat bringt er dann auch etwas Herforder Lokalkolorit in seinen Entwurf. Wie der genau aussehen wird, verrät er vor der Sendung allerdings noch nicht. Nur so viel ist, neben dem verblüfften Gesichtsausdruck der Auftraggeber, schon jetzt sicher: Es wird wieder ein Sitzmöbel werden. Und die Kandidaten werden begeistert sein.

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