Was guckst du? "Nummer 3" schaut neugierig in die Kamera von Meike Wachholz. - © Meike Wachholz
Was guckst du? "Nummer 3" schaut neugierig in die Kamera von Meike Wachholz. | © Meike Wachholz

Herford Ostern: Diese Herforderin hat die wahrscheinlich coolsten Hühner in OWL

Die Tiere von Meike Wachholz sind nicht nur gesellig

Herford. Wer war zuerst da – das Ei oder das Huhn? Für Meike Wachholz’ Garten an der Diebrocker Straße ist die Antwort eindeutig: das Huhn. Sie kann sich noch genau an den Tag erinnern, als sie die ersten drei Hühner bei einem älteren Herrn abholte. Es war der 11. November 2001 – der Tag, als in New York nach einem Terroranschlag die Twin-Towers fielen. Ihr Garten ist aber ein friedlicher Ort, in dem Meike Wachholz in der Gesellschaft von „Braunes Huhn", „Nummer 1", „Nummer 3" und „Graue Eminenz" sowie des Hahns „Nummer 2" gut vom Alltag abschalten kann. Immer mehr Leute finden an eigenen Hühnern wieder Gefallen, ohne nach Rasse und Schönheit zu züchten. "Hühner sind die unkompliziertesten Tiere" Meike Wachholz und ihr Mann Kai Schaede bauen in ihrem Betrieb „Casa Kaiensis" märchenhaft schiefe Holzhütten – so auch für einen Kindergarten in Bielefeld-Ubbedissen. Da gab es ein Hühnerhaus und einen Steckzaun, hinter dem die Tiere nicht so eingesperrt waren. Hühner mit viel Freiheit, das gefiel Meike Wachholz. Der Opa eines Kindes verkaufte ihr welche. „Ich glaube, Hühner sind die unkompliziertesten Tiere, die man halten kann", sagt Meike Wachholz. „Sie suchen sich ihr Futter im Garten selbst, bekommen aber auch Körner und fressen auf, was die Katzen nicht mehr mögen." „Wenn man eine Stelle im Garten aufgräbt, drehen sie fast durch", das beobachtet Wachholz immer wieder. Dann geht die Jagd auf Würmer und Insekten los. „Wichtig ist, dass die Tiere keine Langeweile haben, sonst picken sie einander", sagt Meike Wachholz. Ihr Hühner haben einen Stall, in den sie sich abends zurückziehen. Wird es morgens hell, geht automatisch die Klappe auf. Wann legen die Hühner Eier? „Je nach Charakter morgens oder mittags legen sie je ein Ei", sagt Wachholz. Vor dem Winter gibt es manchmal eine Legepause. In die Suppe kommen die älteren Hühner nicht In die Suppe kommen die älteren Hühner nicht. Sie dürfen ihr Gnadenbrot picken. Dennoch hat es schon Generationswechsel gegeben. „Oberschwester Hildegard", die zu ihren Artgenossen genauso garstig war, wie die gleichnamige Dame in der Schwarzwaldklinik, wurde vom Fuchs geholt. Ein Marder erbeutete ein fußlahmes Huhn, das nachts nicht in den Stall gegangen war. Auch ein Habicht hat sich im Garten bedient und ein Schlachtfeld hinterlassen. Es kommt auch vor, dass ein Huhn tot umfällt. Der Hahn ist der Chef im Garten. „Wenn kein Hahn da ist, bestimmen die Hühner, wer das Sagen hat." Mit Hahn sei es aber ruhiger unter den Hühnern, und er soll sie verteidigen. Es sei denn, der Hahn ist verweichlicht und lässt sich unterbuttern. „Das hatten wir aber noch nicht." Einige Zeit hatte Wachholz keinen Hahn, weil sie dachte, die Nachbarn würde er stören. Doch: „Die freuen sich, wenn er kräht." Zwei Hähne hat Wachholz über Facebook gefunden – der Vorbesitzer wollte sie loswerden. Der aktuelle ist der Sohn des zweiten Hahnes. Er heißt aber „Nummer 2", weil er in dieser Reihenfolge mit seinen Schwestern „Nummer 1" und „Nummer 3" aus einem Gelege des „Braunen Huhns" geschlüpft ist. "Nummer 3" ist schon ein Facebook-Star „Wenn ein Huhn brüten will, wird es kratzbürstig", hat Wachholz beobachtet: „Es wird gluksch – also zur Glucke." Das Huhn bleibt dann 21 Tage auf seinem Nest und brütet. „Nummer 1" hat die Küken „Norden", „Süden", „Osten" und „Westen" ausgebrütet. Die waren aber nicht so anhänglich, weil Wachholz nicht dabei war, als sie schlüpften: „Es waren Satansbraten, die immer ausgerissen sind." Nachbarn hätten sie adoptiert, doch oft mussten sie von der Straße eingefangen werden – bis die Flügel gestutzt wurden. Besonderen Spaß hat Wachholz mit „Nummer 3". Der gesprenkelte Vogel kommt sofort angelaufen, wenn sie in den Garten kommt. Viele lustige Fotos hat sie auf Facebook gepostet, weil sie festgestellt hat, dass es ihre Freunde amüsiert, wenn Nummer 3 etwa ins Kochbuch schaut – auf ein Rezept für „Indisches Huhn". Ein Hahn kann mehr als 200 Geräusche machen, hat Wachholz gelesen. „Nummer 2" macht tatsächlich mehrere Töne, wenn sich eine von drei Katzen nähert. Die aber stören das friedliche Hühnerleben nicht.

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