24 Stunden Löschwasser: Weder Kleidung noch Möbel können aus den Wohnung gerettet werden. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
24 Stunden Löschwasser: Weder Kleidung noch Möbel können aus den Wohnung gerettet werden. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Zehn Tage nach dem Feuer: Nichts mehr zu retten im Brandhaus

Die früheren Bewohner erhalten keine persönlichen Dinge mehr zurück

Herford. Vertreter der HKA, des Pflegedienstes Häusliche Alten- und Krankenpflege, sind am Montag mit einem Statiker im Brandhaus an der Mindener Straße gewesen. Mit dabei hatten sie eine Liste von den früheren Bewohner, die sie betreuen und die noch Hoffnung darauf hatten, einige persönliche Dinge zurückzubekommen. Diese Hoffnung wurde weitestgehend enttäuscht. „Man kann sich nicht vorstellen, wie es da aussieht", sagt HKA-Inhaberin Britta Lehmann im Gespräch mit nw.de. Lampen seien von den Wänden gefallen, Schränke umgekippt, alles nass. Die Räume durchziehe ein Geruch von Schimmel, der in einer Schicht von drei bis vier Zentimetern an Wände wuchere. In der Nacht zum 4. April war in der Dachgeschosswohnung des Hauses ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr löschte daraufhin 24 Stunden lang - die Bewohner wurden evakuiert, später fanden die Einsatzkräfte die Leiche der Bewohnerin der Brandwohnung. Sie war durch die starke Rauchentwicklung ums Leben gekommen. Außer Geldkarten und Ausweisen nichts mehr zu retten Als Britta Lehmann jetzt knapp zehn Tage nach dem Brand die Wohnungen durchsuchte, hätte sie nur Geldkarten und Ausweise holen können, in Einzelfällen auch ein völlig durchweichtes Foto. Absolut nichts sei sonst noch zu retten gewesen, sagt Lehmann. „Das ist für die Leute wirklich schwer, vor allem wegen der persönlichen Dinge." Mancher Bewohner sei froh, wenigstens die Ausweispapiere zurückbekommen zu haben. Andere litten darunter, dass sie nicht einmal mehr eigene Kleidung haben. Lehmann erinnert daran, dass die Feuerwehr 24 Stunden lang Wasser in das Haus gepumpt hat. Alles in dem Hochhaus sei Sondermüll, weil das Wasser bis unten durchgelaufen und mit Löschschaum durchtränkt gewesen sei. Immer noch sucht die HKA nach Wohnungen für die früheren Bewohner, die alle Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben, also auf kleinen und günstigen Wohnraum angewiesen sind. Diese Wohnungen sollten sich auch in Herford befinden: Die Betroffenen, die von der HKA betreut werden, haben alle keine Angehörigen mehr und möchten in ein Umfeld zurück, in dem wenigstens noch der eine oder andere Freund lebt.

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