Im Stehen eingeschlafen: Albino-Känguru-Dame Elsa am vergangenen Wochenende im Herforder Tierpark. Ob sie wohl "vorschläft", in der weisen Voraussicht, dass ihr in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Stunde geraubt wird? Jedenfalls scheint das Tier im wahrsten Wortsinn zum Umfallen müde zu sein. - © Rita Frentrup
Im Stehen eingeschlafen: Albino-Känguru-Dame Elsa am vergangenen Wochenende im Herforder Tierpark. Ob sie wohl "vorschläft", in der weisen Voraussicht, dass ihr in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Stunde geraubt wird? Jedenfalls scheint das Tier im wahrsten Wortsinn zum Umfallen müde zu sein. | © Rita Frentrup

Herford Zeitumstellung: Känguru fehlt ein Beutel voller Schlaf

Offenbar hat das Vorstellen der Uhr um eine Stunde noch nicht die ganze Stadt erreicht. Eine Kirchturmuhr tickt noch im "Wintermodus", auch ein Parkschein-Automat spielt verrückt

Natalie Gottwald
03.04.2019 | Stand 03.04.2019, 13:45 Uhr
Jobst Lüdeking

Herford. Albino-Känguru-Dame Elsa hatte am vergangenen Wochenende wohl schon eine Vorahnung. NW-Leserin Rita Frentrup schickte einen niedlichen Schnappschuss aus dem Herforder Tierpark, auf dem das Känguru offenbar einen kleinen Minutenschlaf im Stehen einlegte - mutmaßlich um die Stunde "vorzuschlafen", die ihm dann in der Nacht von Samstag auf Sonntag durch die Umstellung auf Sommerzeit wieder geraubt wurde. Auch die Kirchturmuhr ist noch im Winterschlaf Das niedliche Beuteltier ist aber bei weitem nicht die Einzige in Herford, die Probleme mit der Zeitumstellung hat. Wie Elsa sind wohl auch einige andere Zeitgenossen noch dabei, der verlorenen Stunde noch nachzutrauern, Ebenfalls noch im "Winterzeit-Modus" ist derzeit die Kirchturmuhr an der Johanniskirche. Sie zeigt konsequent immer noch die Normalzeit an, während alle anderen Uhren im Stadtgebiet längst in der Sommerzeit ticken. Wie das kommt? "Das wissen wir derzeit auch nicht so genau", so Pfarrer Johannes Beer auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Eigentlich stelle sich die Turmuhr der St. Johanniskirche als Funkuhr automatisch um. Das habe sie aber eben nicht getan. "Die zuständige Firma ist benachrichtigt und wird den Fehler so schnell wie möglich beheben", so Beer. Auch Parkschein-Automaten "aus der Zeit gefallen" Ein besonderes Erlebnis hatte am 1. April ein NW-Leser beim Füttern des Parkschein-Automaten am Frühherrenhaus. "Die angegebene Zeit liegt eine Stunde zurück", so der Mann, der einen Arzttermin hatte und noch das Ticket schickte. "Der Termin war um 9.30 Uhr. Für die von mit gelösten zwei Stunden erhielt ich aber nur 1,5 Stunden Parkzeit. Richtig wären zwei Stunden gewesen." Herfords Parkplätze werden normalerweise von den Mitarbeitern des Ordnungsamts kontrolliert und Falschparker oder Fahrer ohne Ticket zur Kasse gebeten. Doch für den Betrieb der Automaten, so Lothar Sobeck, Leiter des Bereichs Sicherheit und Ordnung bei der Stadt, ist die städtische Verkehrsgesellschaft zuständig. »Möglicherweise werden die Automaten bei der Leerung umgestellt« Deren Chef Dieter Wulfmeyer, der auch Leiter der Wirtschaftsförderung ist, kann sich das ganze auch nicht erklären. "Möglicherweise werden die Automaten bei der Leerung umgestellt", sagte er. Oder aber es habe zeitweise ein anderes Problem gegeben. Entscheidend sei aber unterm Strich, dass der Autofahrer kein Knöllchen bekommen habe. Ein bisschen Zeit braucht es also offenbar noch, bis ganz Herford in der Sommerzeit angekommen ist. Da sollte sich jeder - zumindest bis zur Abschaffung der Zeitumstellung - doch Känguru-Dame Elsa zum Vorbild nehmen und die Stunde einfach vorschlafen.

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