Klaus Tanneberg und Anton Graf Schwerin von Krosigk bei seinem letzten selbst durchgeführten Flug als Pilot in Command auf dem Flugplatz Wahlstedt. - © Karsten Wilkening
Klaus Tanneberg und Anton Graf Schwerin von Krosigk bei seinem letzten selbst durchgeführten Flug als Pilot in Command auf dem Flugplatz Wahlstedt. | © Karsten Wilkening

Herford Piloten sind dank Rekord-Sommer öfter in der Luft

Die Herforder Segelflieger haben das Wetter genutzt

Herford (nw). Für die einen hatte der lange heiße Sommer im vergangenen Jahr Nachteile, andere kamen durch ihn richtig in Schwung. So wie der Herforder Verein für Luftfahrt (HVfL). Die gute Wetterlage ermöglichte mehr Starts und Flugstunden: Mit fast 2.000 Starts und 1.100 Stunden sind die Flugzeuge häufiger und länger in der Luft gewesen als noch 2017. Insgesamt kamen die Segelflieger durch die guten Bedingungen auf über 200 Stunden mehr in der Luft. Und auch, wenn die Flieger noch nicht wissen was der Sommer in diesem Jahr bringt: Startklar sind sie wieder. Erst stand aber „die jährliche Prüfung der Flugzeuge durch einen anerkannten Luftfahrttechnischen Betrieb an", erklärt Henning Blomeyer, Pressesprecher des Vereins. Um die Flugzeuge dafür fit zu machen, stand einiges an Arbeit an, so Blomeyer. „Die Vereinsmitglieder haben gemeinsam in den Wintermonaten alle Vorarbeiten in der Werkstatt im Herforder Waldfrieden durchgeführt. Alle Flugzeuge haben die Abnahme bestanden und sind nun startklar." In Oerlinghausen startet der Flugbetrieb Der Flugbetrieb in Oerlinghausen startet in diesem Jahr dann mit einem besonders schönen Abschied: Während sich die aktiven Flieger noch auf die neue Saison vorbereiteten, hat das langjährige Vereinsmitglied Klaus Tanneberg seinen letzten Flug als verantwortlicher Pilot absolviert. Der gebürtige Magdeburger, der seit seiner Rückkehr aus den USA im Jahr 1977 auf dem Flugplatz in Wahlstedt bei Bad Segeberg fliegt, wird am 4. April 80 Jahre alt. „Wie die Herforder Segelfluglegende Fred Weinholtz wollte auch Klaus Tanneberg nicht warten, bis seine Pilotenlaufbahn durch den Fliegerarzt beendet wird, sondern selbst entscheiden, wann er den Steuerknüppel aus der Hand legt", so Henning Blohmeyer. So genoss Tanneberg nach mehr als 12.000 Starts und über 4.000 Stunden in der Luft als Pilot und Fluglehrer seinen letzten selbst durchgeführten Flug bei bestem Wetter im Beisein seiner Familie und weiterer Gäste auf seinem Heimatflugplatz. Mit dabei war auch seine erste Flugschülerin: seine Ehefrau Lilo, die Tanneberg als 17-Jährige kennen und lieben gelernt hat. Begleiter bei dem letzten Flug war Anton Graf Schwerin von Krosigk (93), ehemaliger Landrat und Flugschüler der ersten Stunde. Dem Luftsport wird Klaus Tanneberg, der seinen Pilotenschein 1956 erhielt und von 1962 bis 2017 als Fluglehrer tätig war, weiterhin die Treue halten, nur ab jetzt auf dem Platz des Copiloten. Pilot Harry Fritsche ist seit 50 Jahren im Verein aktiv Auf der Jahreshauptversammlung ehrte der Verein darüber hinaus jetzt auch seine langjährigen Mitglieder. Der stellvertretende Vorsitzende Michael Reich dankte Fritz-Jürgen Kramer für seine 55-jährige Mitgliedschaft. Paul Gieseler, ehemaliges Vorstandsmitglied, wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Pilot und Fluglehrer Harry Fritsche ist auch seit 50 Jahren im Verein. Als langjährigster, seit 1964 aktiver Fluglehrer ist Heinz Richter seit 45 Jahren im HVfL dabei. Horst Gmeinwieser wurde für seine 30-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt, während Christian Niermann, Uwe Werner und Alexander Hoffmann seit 20 Jahren Mitglieder im Herforder Verein sind. Michael Reich bedankte sich bei den anwesenden Geehrten mit Blumensträußen. Der Verein verzeichnet 2018 3 A-Prüfungen, das sind die ersten Alleinflüge, und je eine B und C-Prüfung im Segelflug. Henriette Richter hat ihren Luftfahrerschein in der Tasche und sitzt nun als „Pilotin in Command" im Cockpit eines Segelflugzeuges.

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