Leidenschaftlicher Läufer: Uwe Mohn arbeitet im Active Sport Shop in Herford und ist beim NW-Projekt "Lauf geht's!" als Headcoach mit dabei. - © Privat
Leidenschaftlicher Läufer: Uwe Mohn arbeitet im Active Sport Shop in Herford und ist beim NW-Projekt "Lauf geht's!" als Headcoach mit dabei. | © Privat

Kreis Herford Wie das NW-Projekt "Lauf geht’s!" fit macht, erklärt Trainer Uwe Mohn

Zum zweiten Mal ist er in Herford/Bünde als Headcoach für die einzelnen Laufgruppen verantwortlich

Magnus Horn
27.03.2019 | Stand 17.04.2019, 14:38 Uhr

Herr Mohn, was genau sind Ihre Aufgaben im Projekt "Lauf geht´s"als Headcoach?
Uwe Mohn:
Es gibt drei Leistungsgruppen. Anfänger, Gelegenheitsläufer, Profis. Ich organisiere, dass alle Gruppen laufbetreuertechnisch besetzt sind. Es können ja nicht immer alle. Und ich schaue, ob die Stärken der Teilnehmer zu der Gruppe passt. Ist jemand zu langsam oder zu schnell? Für jede Leistungsgruppe gibt es Trainer. Entweder machen die oder ich die Mobilisation und Stabilisation vorab. Das Lauf-Abc mache ich in der Regel selber.

Sind Sie bei allen Leistungsgruppen aktiv dabei?
Mohn:
Wenn wir Trainertechnisch gut besetzt sind, versuche ich mit jeder Gruppe mal mitzulaufen. Damit ich die Leute kennenlerne, mit ihnen ins Gespräch komme und Fragen beantworten kann.

Sind Sie während des Trainings dann eher harter Hund oder einfühlsamer Motivator?
Mohn:
Gerade am Anfang, wenn man die Leute kennenlernt, muss man schon einfühlsam sein und kann nicht den Feldwebel herauskehren. Aber sanfter Druck gehört auch dazu. Das Lauf-Abc und die Übungen zur Mobilisation und Stabilisation sind nicht immer sehr gewünscht, aber wir müssen es machen. Und die Leute merken, dass es gut tut. Wir wollen Verletzungen vorbeugen. Wenn dann längere Läufe anstehen, muss man als Trainer aber auch schon mal sagen: Kommt, die letzte halbe Stunde schafft ihr auch noch. Das ist so eine Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche.

Wie oft gehen Sie selber laufen?
Mohn:
Momentan laufe ich ungefähr drei bis vier Mal in der Woche.

Laufen gehört für ihn zum Leben dazu

Haben Sie vorher schon mal Laufgruppen betreut?
Mohn:
Ich mache seit 15 Jahren das Hermannslauf-Training in Herford und leite Laufkurse. Laufen gehört bei mir zum Leben dazu.

Was macht denn für Sie den Reiz vom Laufen aus?
Mohn:
Laufen ist eine sehr ehrliche Sportart, denn man kann seine Leistung entsprechend der subjektiven Voraussetzungen bestimmen. Man kann alleine laufen oder mit anderen. Man kann sich auspowern oder die Natur genießen. Das schönste ist, dass man an der frischen Luft ist und sich bewegt. Zudem ist es eine relativ verletzungsarme Sportart und man kann sie bis ins hohe Alter bei eigentlich jedem Wetter machen. Und sie erfordert wenig technische Voraussetzung wie Schwimmen, Skifahren oder Tennis.

Also kann jeder laufen "lernen"?
Mohn:
Mein Grundsatz bei jedem, der durch die Ladentür kommt, ist: Der kann laufen. Es ist ja die ureigenste menschliche Bewegungsform. Man muss ein paar Grundregeln beachten. Sich nicht übernehmen, vielleicht sich vorher beim Arzt mal durchchecken lassen. Ein paar vernünftige Schuhe und Klamotten, und dann geht es eigentlich los.

Warum ist "Lauf geht's!" denn das richtige Projekt, um den Halbmarathon zu erreichen?
Mohn:
Weil es ein ganzheitliches Projekt ist und es nicht nur um das Laufen geht. Es herrscht kein Leistungsdruck. Es geht darum, die Leute in Bewegung zu bringen, natürlich mit dem Ziel Halbmarathon. Die Ernährungstipps und die Betreuung mit Webinaren, Vorträgen und wöchentlichen Mails tragen dazu bei, die Leute am Ball zu halten.

Gruppendynamik durch die wöchentlichen Treffen

Und darüber hinaus? Immerhin sind es sechs Monate Vorbereitung.
Mohn:
Durch die wöchentlichen Treffen entsteht auch eine Gruppendynamik. Die dient auch dazu, wenn es mal nicht so läuft, dass man nachfragt, woran es liegt. Aber auch, wenn es super läuft, zu sagen: Übernimm dich nicht. Geht man vorsichtig mit seinem Körper um, dann wird das alles funktionieren. Zudem motivieren diese enge Taktung von wöchentlichen Lauftreffs und das Lauf-Tagebuch, in das man einträgt, was man gemacht hat. Dieses Step by step führt die Leute an das Ziel heran.

Wie hart wird das Training?
Mohn:
Training darf nicht nur immer hart sein. Dann macht man irgendwas falsch. Es soll zu 80 Prozent Spaß machen und angenehm sein, und zu 20 Prozent darf es auch anstrengend sein. Aber ein Training, das nur hart ist, da verliert man irgendwann die Motivation und Lust.

Was war ihr schönstes Lauferlebnis?
Mohn:
Ich hatte viele schöne Erlebnisse, aber das tollste war, dass ich zweimal in Biel, in der Schweiz, den 100-Kilometer-Lauf geschafft habe. Der Zieleinlauf, der letzte Kilometer, das ist Gänsehaut. Da steht man mit Tränen in den Augen und kann sagen: Boar, jetzt bin ich 100 Kilometer die Nacht durchgelaufen. Das ist emotional der Wahnsinn. Und so soll es am 3.11. in Gütersloh für die Teilnehmer auch sein.

Information

Preise und Anmeldung

49,95 Euro kosten die Anmeldegebühr sowie der monatliche Beitrag. Dafür erhalten die Teilnehmer ein attraktives Starterpaket mit Lauf-Buch, T-Shirt und weiterem. Zudem sind die Anmeldegebühren für den Halbmarathon und Info-Veranstaltungen enthalten. Weitere Infos unter laufgehts.nw.de

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group