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Mit Ballon: Branko und Nicole Kreinz freuen sich über die Gratulation zum zehnjährigen Bestehen ihrer Initiative Herforder für Herford zu Gunsten bedürftiger Kinder. Ob die beiden ehrenamtlich Engagierten auch über 2019 hinaus weitermachen, ist noch nicht klar. - © Privat
Mit Ballon: Branko und Nicole Kreinz freuen sich über die Gratulation zum zehnjährigen Bestehen ihrer Initiative Herforder für Herford zu Gunsten bedürftiger Kinder. Ob die beiden ehrenamtlich Engagierten auch über 2019 hinaus weitermachen, ist noch nicht klar. | © Privat

Herford Nach Beleidigungen im Netz: Herforder für Herford macht erstmal weiter

Auf den Tag genau heute vor zehn Jahren gründete Branko Kreinz seine Hilfs-Initiative. Zuletzt hatten seine Frau Nicole und er übers Aufhören nachgedacht

Natalie Gottwald
20.03.2019 | Stand 19.03.2019, 19:42 Uhr

Herford. Es geht weiter - aber Branko Kreinz und seine Frau Nicole treten dennoch ein wenig auf die Bremse: Heute vor genau zehn Jahren hatte Kreinz die Initiative "Herforder für Herford" gegründet und seitdem zahlreichen bedürftigen Kindern und ihren Familien im Stadtgebiet mit Sachspenden geholfen. Bis zum heutigen runden Geburtstag der Initiative hatte Gründer Branko Kreinz sich Zeit gegeben, um zu überlegen, wie es mit seinem ehrenamtlichen Engagement weitergehen soll. Jetzt haben er und seine Frau Nicole eine Entscheidung getroffen: Bis Jahresende soll es auf jeden Fall weitergehen, denn ganz aufzugeben kommt für beide vorerst nicht in Frage. Es gibt aber einige Einschränkungen, mit denen die beiden Initiatoren der Tatsache Rechnung tragen, dass sie mit ihrem ehrenamtlichen Engagement zunehmend an die Grenzen der Belastbarkeit stoßen. Auch persönliche Beleidigungen gegen ihn und seine Familie in den sozialen Medien hatten Branko Kreinz zuletzt getroffen (die NW berichtete). Zunächst nur noch eingeschränkt telefonisch erreichbar Um den Zeitaufwand geringer zu halten soll die Anzahl der von der Initiative unterstützten Familien bis zum Sommer deutlich reduziert werden - von derzeit 40 Familien und einer großen Anzahl von Kindern auf lediglich 15. Im Notfall will Herforder für Herford aber natürlich weiterhin einspringen. Auch bei der Erreichbarkeit wird es eine Änderung geben: Ab sofort ist Branko Kreinz nur noch montags, mittwochs und freitags von 17 bis 18 Uhr (außer Feiertage) für Sachspender und Anfragen telefonisch erreichbar, ansonsten ausschließlich per E-Mail. Die Termine für Sachspendensammlungen stehen bis zum Ende des Jahres bereits fest und sollen auch wie geplant stattfinden. "Für die kommenden Sammelaktionen hoffen wir allerdings auf mehr Unterstützung, sowohl von Sachspendern als auch von Empfängern", sagt Branko Kreinz. Abstand nehmen will die Initiative künftig von der Annahme von Möbeln und Elektrogeräten. Damit kehrt Herforder für Herford zu seinen eigentlichen Wurzeln zurück. "Wie ganz zu Beginn unserer ehrenamtlichen Tätigkeit sammeln wir ab sofort nur noch haltbare Lebensmittel, Gutscheine, Hygieneartikel, Putzmittel und Tiernahrung; Schuhe, Kleidung und Spielzeug sammeln wir nur noch auf Anfrage der Bedürftigen. Von Möbeln und Elektrogeräten werden wir künftig Abstand nehmen, weil das einfach unseren Rahmen sprengt und es dafür andere Institutionen gibt", so Kreinz weiter. Kritik an ihm war zuletzt vor allem beim Vermitteln von Elektrogeräten laut geworden. Aber auch die Tatsache, dass die Initiative keinen Ort hat, wo große Sachspenden zwischen gelagert werden können, mache diesen Schritt notwendig, so Kreinz. Eine endgültige Entscheidung fällt Anfang 2020 "Bei unserem letzten Stammtisch haben wir zusammen mit unseren langjährigen Sachspendern beschlossen, dass wir grundsätzlich nur noch vorübergehend einspringen und die Familien befristet unterstützen. Danach leiten wir sie dann an andere Institutionen weiter, die eine dauerhafte Hilfe gewährleisten können und ihnen dabei helfen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen." Anfang 2020 wollen Branko und Nicole Kreinz dann erneut Bilanz ziehen und unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus 2019 entscheiden, ob es langfristig weitergeht. "Bis dahin unsere Bitte an alle, gerne selbst Initiative zu ergreifen und bei Firmen, auf der Arbeit oder bei Kollegen auf unser Projekt aufmerksam zu machen und vielleicht selbst im näheren Umfeld Sammelaktionen zu starten", appelliert Kreinz an alle Unterstützer.

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